Egal ob im Verein, in der Schule oder in der Freizeit: Bälle sollten bei jedem Einsatzzweck sowohl gute Spieleigenschaften als auch eine hohe Langlebigkeit aufweisen. Zudem sind Spielbälle im Ligabetrieb bekanntlich auch nicht günstig, weshalb deren Haltbarkeit besonders wichtig ist. In diesem Beitrag haben wir Dir einige Tipps zusammengestellt, die zu einem langen Ball-Leben beitragen. Denn vielen ist es nicht bekannt, doch die richtige Ballpflege beginnt schon vor dem Spiel!

Tipps für ein langes Ball-Leben

Das richtige Aufpumpen

Mit dem Aufpumpen des Balls beginnt die Ballpflege. Dabei solltest Du die folgenden Aspekte beachten:

  • Das Ventil des Balls sollte beim Aufpumpen nach oben stehen, damit die Blase im Ball frei hängen kann. Infolgedessen kann sich die Blase (innerhalb der Ballhülle) beim Aufpumpen gleichmäßig verteilen.
  • Die Nadel unbedingt anfeuchten, da sonst Schäden am Ventil entstehen können.
  • Achte auf das richtige Einführen der Ventilnadel. Führe die Ventilnadel mit einer leichten Drehung senkrecht in den Ball ein.
  • Verwende immer die passende Ventilnadel. Hierbei wird in drei verschiedene Arten unterschieden: Ventilnadel für Bälle mit einem Nadelventil (z. B. Volleybälle, Handbälle oder Fußbälle), Ballnippel für Bälle mit Patentventil (z. B. großvolumige Bälle) und spezielle Ventilnadeln für bspw. spezielle Luftpumpen.
  • Bei großvolumigen Bällen (Gymnastik- und Fitnessbälle) solltest Du beachten, dass die Bälle nicht sofort auf die volle Größe aufgeblasen werden dürfen. Pumpe sie erst schonend auf dreiviertel ihrer Maximalgröße auf, nach 24 Stunden darfst Du die Bälle dann auf ihre Maximalgröße aufpumpen. Mit diesem Verfahren beugst Du Verformungen vor.

Der passende Luftdruck

Ballleben
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Ein zu geringer Luftdruck führt zur Verschlechterung der Flugbahn und Flugweite. Demgegenüber steht ein zu starkes Aufpumpen des Balls. Das führt heutzutage zwar nicht mehr zum Platzen des Balls, jedoch werden die Nähte unnötig stark strapaziert bzw. der Ball erhält eine Eiform. Somit gilt, dass optimale Spieleigenschaften eines Balles nur mit dem passenden Luftdruck erreicht werden. Aus den folgenden Tabellen kann der passende Luftdruck für jede Ballart entnommen werden:

BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Volleyball5650-670 mm260-280 g0,29-0,32 bar
4620-649 mm240-260 g0,29-0,32 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Beachvolleyball5660-680 mm260-280 g0,17-0,22 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Basketball7749-780 mm567-650 g0,49-0,63 bar
6724-737 mm510-567 g0,49-0,63 bar
5690-710 mm470-500 g0,49-0,63 bar
3560-580 mm300-330 g0,49-0,63 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Fußball5660-700 mm410-450 g0,7-0,9 bar
4635-660 mm350-390 g0,7-0,9 bar
Futsal620-640 mm400-440 g0,4-0,6 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Handball3580-600 mm425-475 g0,3-0,5 bar
2540-560 mm325-375 g0,3-0,5 bar
1500-520 mm290-330 g0,3-0,5 bar
0 (Mini)460-470 mm200-220 g0,3-0,5 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Wasserball5680-710 mm400-450 g0,59 bar
4650-670 mm400-450 g0,52 bar
3610-630 mm340-380 g0,42 bar
2580-600 mm300-320 g0,42 bar
1500-520 mm230-250 g0,35 bar
5 (Training)680-710 mm1 kg0,59 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Korfball5680-700 mm445-475 g0,56-0,63 bar
4640-660 mm370-390 g0,56-0,63 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Dodgeball5680-710 mm385-405 g0,1 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Völkerball5 (Jugend)620-680 mm290-300 g0,55-0,70 bar
5 (Erwachsene)620-690 mm350-380 g0,55-0,70 bar
BallartGrößeLängeGewichtLuftdruck
Rugby3ca. 25 cmca. 340 g0,55-0,69 bar
4ca. 27 cmca. 370 g0,55-0,69 bar
5ca. 29 cmca. 440 g0,55-0,69 bar
BallartGrößeLängeGewichtLuftdruck
American Football6ca. 26 cmca. 330 g0,8-0,9 bar
7ca. 27 cmca. 360 g0,8-0,9 bar
9ca. 28 cmca. 410 g0,8-0,9 bar
BallartGrößeUmfangGewichtLuftdruck
Faustball5 (Schüler/Minis)650-680 mm260-290 g0,55-0,75 bar
5 (Damen/Jugend)650-680 mm320-340 g0,55-0,75 bar
5 (Herren)650-680 mm350-370 g0,55-0,75 bar
BallartGrößeLängeGewichtLuftdruck
Prellball5 (Junioren)65-68 cm260-300 g0,55-0,75 bar
5 (Herren/Damen)65-68 cm350-380 g0,55-0,75 bar

Reinigung von Bällen

Das Ball-Leben verlängern
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Bei der Pflege bzw. Reinigung von Bällen wird hinsichtlich des Materials unterschieden. Alle Ballarten sollten nach dem Spiel abgewaschen werden. Denn besonders nach der Nutzung auf einem Rasenplatz, können ohne Reinigung unschöne Rückstände auf dem Ball verbleiben. Es gilt:

  • Naturlederbälle:
    Naturlederbälle bzw. handgenähte Bälle bestehen aus Vielecken, die zusammengenäht sind. Die Nähte sind im Vergleich zu laminierten Bällen weniger glatt. Bei dieser Ballart sollte die Naht nach jeder Benutzung mit einer Bürste von Sand oder kleinen Steinchen befreit werden. Anschließend wird die Oberfläche mit einem weichen und feuchten Tuch abgewischt. Dabei sollte ein schonender Spezialreiniger für Naturleder verwendet werden. Nach der Reinigung entfernt man die Reste des Lederreinigers und poliert die Oberfläche. Zum Abschluss sollte der Ball an einem gut durchlüfteten und sonnengeschützten Ort trocknen.
  • Synthetische Lederbälle bzw. Kunstlederbälle oder laminierte Bälle:
    Bei diesen Bällen sind die Nähte glatt und die Vielecke sind auf einer Blase platziert. Als erstes wird die Oberfläche des Balls mit einem weichen, feuchten Tuch abgewischt, dann wird der Schmutz oder grobe Sand mit einem weichen Schwamm entfernt und anschließend werden die hartnäckigen Flecken mit reichlich Wasser und einem milden Spülmittel angegangen. Alternativ kann hierfür statt Spülmittel ein spezieller Kunstlederreiniger zur Reinigung verwendet werden. Abschließend sollten auch diese Bälle an einem gut durchlüfteten und sonnengeschützten Ort trocknen.

Lagerung von Bällen

Langlebigkeit eines Balls

Geklebte Bälle sollten unbedingt aufgepumpt gelagert werden, damit diese Bälle ihre Form behalten und vor allem die Nahtstellen immer unter Druck stehen. Im Vergleich dazu lagert man Naturlederbälle nie im voll aufgepumpten Zustand. Naturlederbälle müssen daher nach dem Einsatz für die Lagerung teilluftentleert werden. Dies vermeidet Schwellungen oder Formverluste. Der Lagerraum sollte gut durchlüftet und trocken sein, sowie eine kühle (aber nicht kalte) Temperatur (ca. 15 Grad) aufweisen. Die Bälle sollten bei der Lagerung nie hohen Temperaturen, Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Denn dies kann zum Verlust der Form und Farbe der Bälle führen. Zudem sollte ein Trocknungsvorgang niemals mit einem Haartrockner oder ähnlichen Geräten beschleunigt werden. Ein Ballschrank oder Ballwagen mit guter Durchlüftung lässt die Restfeuchtigkeit leichter abtrocknen und bietet zudem guten Stauraum.

Prüfung auf Dichtigkeit

Eine häufige Ursache von defekten Bälle ist der Verlust von Luft. Die Dichtigkeit eines Balles kann am besten folgendermaßen überprüft werden:

  1. Den Ball gut aufpumpen
  2. Den Ball in einen mit Wasser gefüllten Eimer legen
  3. Nun muss der Ball ins Wasser getaucht werden und nach aufsteigenden Blasen abgesucht werden

Treten die Blasen aus der Mitte des Ventils aus, spricht das für ein defektes Ventil. Wenn die Blasen jedoch aus der Oberfläche des Balles austreten, sind kleine Löcher (oft kleiner als Nadelstiche) die Ursache.

Reparatur eines defekten Ventils

Defekte Nadelventile sind häufig die Ursache für einen Luftverlust. Ventile von Basketbällen, Volleybällen und kleinen Gymnastikbällen lassen sich problemlos austauschen. Vor dem Ventilwechsel solltest Du Dir aber sicher sein, dass auch wirklich das Ventil defekt ist. Denn der Ball könnte auch ein Loch haben oder zum Aufpumpen wurde eine zu dünne Ballnadel benutzt. Der Ventilwechsel erfolgt dann in den folgenden Schritten:

  1. Defektes Ventil mit einem Ventilzieher herausziehen: Für diesen Schritt sollte das Ventil komplett sichtbar sein und nichts das Loch selbst verdecken. Beim Ziehen des Ventils mit dem Ventilzieher (leicht drehende Bewegung) sollte darauf geachtet werden, dass das Ventil komplett im Ganzen gezogen wird. Denn sonst muss das Ventil Stück für Stück gezogen werden, was ein sehr mühsames Vorgehen ist.
  2. Neues Ventil mit einem Ventildrücker in den Ball gerade hinein pressen: Mit dem Ventildrücker sollte das neue Ventil in gleichmäßigen Bewegungen in den Ball rein gepresst werden. An der richtigen Position, bzw. auf der richtigen Höhe, sollte das Ventil “einrasten”.
  3. Ball aufpumpen: Zum Abschluss der Ballreparatur wird der Ball probeweise recht fest aufgepumpt. Nach 24 Stunden sollte der Ball auf Undichtigkeit überprüft werden.

Reparatur von kleinen Löchern

Löcher, die kleiner als Nadelstiche sind, können ebenfalls gut repariert werden:

  1. Den Ball auf 70-80% Volumen aufpumpen.
  2. Das Dichtungsmittel RL 420 (erhältlich im Automobilbereich) vorbereiten und gut schütteln.
  3. Die Einstecknadel der Dose mit Wasser befeuchten und diese gut in das Ballventil drücken.
  4. Nun sollte das Dichtungsmittel ca. 5-6 Sekunden lang in den Ball gesprüht werden.
  5. Danach den Ball voll aufpumpen.
  6. Den Ball 10 Mal auf den Boden prellen und anschließend eine Stunde mit der undichten Stelle nach unten auf den Boden legen, damit die Dichtungsmasse absinken kann. Nun sollte der Ball auf weitere Undichtigkeiten überprüft werden.

Grundsätzlich lohnt sich eine Reparatur eines Ventils mehr als die Reparatur von Löchern. Denn die Reparatur von defekten Ventilen bzw. der Austausch dieser geht in der Regel leicht von der Hand. Bei der Reparatur von kleinen Löchern besteht jedoch die Gefahr, dass nicht alle Löcher erkannt und geflickt werden können.

Richtige Pflege von Handbällen

Oftmals wird mit einem geharzten Handball gespielt. Das Harz sorgt für eine gute Griffigkeit und hat eine langjährige Tradition im Handball, doch bleibt am Harz auch immer Staub und anderer Dreck haften. Da auch der Hallenboden unter der Nutzung der Haftmittel leidet, verbieten immer mehr Hallen den Einsatz von Harz.
Das hat zur Folge das Handbälle immer wieder entharzt werden müssen, doch Harz ist nicht wasserlöslich und dementsprechend gestaltet sich die Entfernung schwieriger. Glücklicherweise gibt es verschiedene effektive Methoden, die sich durchgesetzt haben.

Zum einen kann eine Ballreinigungsmaschine benutzt werden. Hierfür muss der Handball an die Maschinenöffnung gehalten werden und die Borsten der Maschine versuchen das eingetrocknete Harz vom Handball zu lösen, vergleichbar mit einer Schuhputzermaschine. Meistens dauert dieser Vorgang ca. eine Minute. Zum anderen kann das Harz mit einem Harzklumpen entfernt werden. Zu Beginn muss das eingetrocknete Harz mit den Fingern vom Ball entfernt werden. Durch dieses Vorgehen entstehen kleine Kugeln, die solange zusammengedrückt werden müssen bis ein kleiner Klumpen entsteht. Dieser Harzklumpen wird dann fest auf die schmutzige Fläche des Balles gedrückt und davon schnell wieder weggerissen. Mit diesem Vorgehen wird dann der restliche Harz vom Handball entfernt. Das dauert jedoch entsprechend etwas länger und so fallen schnell 15 Minuten oder mehr für einen Ball an. Weitere Methoden sind:

  • Es gibt spezielle Ballreinigungsmaschinen: Dabei wird der Handball an die Maschinenöffnung gehalten werden und die Borsten der Maschine versuchen das eingetrocknete Harz vom Handball zu lösen, vergleichbar mit einer Schuhputzermaschine. Meistens dauert dieser Vorgang nur eine Minute.
  • Das Harz kann mit einem Harzklumpen entfernt werden: Zu Beginn wird das eingetrocknete Harz mit den Fingern vom Ball entfernt. Durch dieses Vorgehen entstehen kleine Kugeln, die solange zusammengedrückt werden müssen bis ein kleiner Klumpen entsteht. Dieser Harzklumpen wird dann fest auf die schmutzige Fläche des Balles gedrückt und schnell davon wieder weggerissen. Mit diesem Vorgehen wird dann der restliche Harz vom Handball Stück für Stück entfernt. Das dauert jedoch entsprechend etwas länger und so fallen schnell 15 Minuten oder mehr für einen Ball an.
  • Die Verwendung eines Föhns: Der Ball wird mit dem Föhn so lange erhitzt, bis das Harz auf der Oberfläche des Ball wieder flüssig ist. Dann kann das Harz problemlos mit einem Spachtel abgerieben werden.
  • Die Nutzung spezieller Harzentferner: Der Harzentferner, meist ein Gel, wird auf den Handball aufgetragen und muss dann einige Stunden einwirken. Danach kann das Harz abgespült werden, ohne dass das Material des Balls beschädigt wird.