Seilspringen ist etwas für Kinder auf dem Schulhof? Von wegen! Rope Skipping hat mit dem klassischen Schulhof-Hüpfen nicht mehr allzu viel zu tun. Rope Skipping kombiniert Turnen, Akrobatik und Schnelligkeit zu faszinierenden Sprung- bzw. Tanzeinlagen.

Gesprungen wird beim Rope Skipping in verschiedenen Team- und Einzelwettbewerben und auf verschiedene Arten. Je nach Disziplin nutzen die Springer dabei auch verschiedene Seiltypen, vom extraschnellen Speed Rope aus Draht, über das besonders stabil fliegende Beaded Rope mit bunten Kunststoffröllchen und Seilen mit extra langen Griffen bis hin zum Langseil für Teamspünge.

Quelle: ropeskipping-em.eu

Die grundlegenden Sprungarten

Speed

Beim Speedspringen geht es darum, in einer vorgegebenen Zeit eine möglichst große Zahl eines vorgegebenen Sprungs zu absolvieren. Dabei wird immer der Bodenkontakt des rechten Fußes gezählt, d.h. der Springer überquert eigentlich doppelt so oft das Seil wie Sprünge in die Wertung eingehen. Die meisten Sprünge erreicht man durch eine Art Laufbewegung mit vorgebeugtem Oberkörper (Speed Step), wobei die Füße nur minimal vom Boden abgehoben werden, um Zeit zu sparen.

Freestyle

Der Freestyle ist eine Kür, bei der individuell aufeinanderfolgende Sprungfolgen und Choreografien zu passender Musik gesprungen werden. Je nach Schwierigkeitsgrad der Sprünge wird in verschiedenen Levels zwischen 0 und 4 gesprungen. Freestyle kann sowohl als Einzel, als auch im Team gesprungen werden. Außer den Seilen ist kein weiteres Equipment erlaubt.

Double Dutch

Das Double Dutch ist ein Teamspringen. Zwei Schwinger schwingen zwei Langseile in versetzter Abfolge in gegenläufige Richtungen aufeinander zu. In der Mitte können dann ein oder mehrere Springer akrobatische und turnerische Tricks und Sprünge absolvieren, aber auch Schwingertricks sind möglich

Wheel

Beim Wheel bilden mindestens zwei Springer eine Kette, indem sie jeweils einen Griff ihres Einzelseils an den Nachbarn weiterreichen, um dann gemeinsam zu springen.

Quelle: DTB

Die Wettkampfdisziplinen

Auf internationaler Ebene wird zwischen den Kategorien „Masters“ (Einzel) und „Team“ unterschieden. Die meisten Springer treten im Wettkampf in mehreren Disziplinen an. Die Teams können sowohl Mixed als auch in die einzelnen Geschlechter aufgeteilt werden. Wie gewertet wird hängt von der Anzahl der Teams ab, die eine Disziplin bestreiten.

Die offiziellen WM-Disziplinen:

„Masters“

Single Rope Speed Sprint

In dieser Disziplin hat der Springer 30 Sekunden Zeit, um so oft wie möglich das Seil zu überqueren. Die vorgegebene Sprungart ist der Speed Step.

Single Rope Speed Endurance

In der Ausdauervariante von Speed geht es darum, innerhalb von 3 Minuten möglichst viele Seilüberquerungen zu erreichen.

Triple Under

Für Triple Under gibt es kein Zeitlimit, allerdings muss der Springer so viele Dreifachdurchschläge hintereinander springen wie möglich. Dafür hat er grundsätzlich einen Versuch. Schafft er allerdings weniger als 30 Triple Unders, so bekommt er einen zweiten Versuch und der bessere der beiden Versuche zählt.

Freestyle

Im Einzel-Freestyle hat der Springer ein Zeitlimit von 60 bis 75 Sekunden, in denen er seine Kür mit Musik vortragen kann. Bewertet wird nach Schwierigkeitsgrad der Sprünge und deren korrekter Ausführung, sowie nach Kreativität des Programms.

Quelle: ropeskipping-em.eu

„Team“

Single Rope Speed Relay

In dieser Disziplin müssen vier verschiedene Springer nacheinander jeweils 30 Sekunden im Speed Step springen. Ziel ist es, insgesamt so viele Sprünge wie möglich zu erreichen. Für den Wechsel zwischen den Springern wird die Zeit nicht angehalten.

Double Dutch Speed Relay

Auch hier treten vier Springer gemeinsam an, um insgesamt so viele Sprünge wie möglich zu vollenden. Jeder Springer springt 45 Sekunden lang im Speed Step, während zwei seiner Teamkollegen die Seile im Double Dutch schwingen. Die Schwinger dürfen dabei nur zu den Zeiten getauscht werden, in denen auch die Springer wechseln. Für die Springer und die Schwinger gibt es außerdem eine feste Reihenfolge, auch die Blickrichtung des Springenden ist vorgegeben. Auch hier gibt es keine Pausen für die Wechsel.

Single Rope Pair Freestyle

Im Paar-Freestyle mit Einzelseilen absolvieren zwei Springer ihr Freestyle-Programm in einem Zeitrahmen von 60 bis 75 Sekunden. Gewertet wird auch hier nach Schwierigkeitsgrad, korrekter Ausführung und Kreativität, wobei nur diejenigen Sprünge gewertet werden, die synchron ausgeführt werden. Je synchroner, umso höher dabei die Punktewertung.

Single Rope Team Freestyle

Genau wie beim Single Rope Pair Freestyle tragen die Springer eine möglichst kreative und schwere Kür vor. Auch hier gilt ein Zeitfenster von 60 bis 75 Sekunden und die Jury wertet ebenfalls nur die synchronen und korrekt durchgeführten Sprünge. Ein Team besteht außerdem aus vier Springern.

Double Dutch Single Freestyle

In diesem Teamwettbewerb werden zwei Seile im Double Dutch geschwungen. Es springt immer nur ein Teammitglied, allerdings muss jeder Schwinger auch springen und anders herum. Jeder Springer muss mindestens drei „Skills“ (verschiedene Sprünge/Figuren) ausführen, damit die Kür gewertet werden darf. Auch hier gibt es ein Zeitfenster von 60 bis 75 Sekunden.  Das Team besteht hier aus 3 Springern.

Double Dutch Pair Freestyle

Für den Double Dutch Pair Freestyle gelten dieselben Vorgaben wie für den Double Dutch Single Freestyle. Der einzige Unterschied besteht in der Anzahl der gleichzeitig springenden Teammitglieder: es springen immer zwei Personen gleichzeitig. Das Team besteht hierbei aus insgesamt vier Springern.

Quelle: ropeskipping-em.eu

Weitere Disziplinen

Show-Wertungen

Für die Choreografien größerer Gruppen gibt es sogenannte Show Contests. Im ERSO, dem European Rope Skipping Show Contest, kombinieren die Springer (4-6 Personen) in den Choreografien beispielsweise Single Rope, Double Dutch, Langseil, Wheel und Traveller.

Deutschland

In Deutschland gibt es auf den Wettkämpfen neben den WM-Disziplinen noch weitere Disziplinen. So gibt es für Einsteiger beispielsweise den „Compulsory“ als Pflichtdisziplin, bei dem vorgegebene Elemente und Figuren in einer festgelegten Reihenfolge und Anzahl gesprungen werden müssen. Außerdem gibt es weitere Zeitlimits für den Speed (60, 120 oder 180 Sekunden), zusätzlich die Disziplin 30 Sekunden Double Under, sowie Show-Wertungen.