Sportlehrer, Erzieher, Trainer und Übungsleiter stehen immer wieder vor der Herausforderung aus einer großen Gruppe mehrere Teams zu bilden. Keiner soll benachteiligt, keiner bevorzugt werden. Nichts ist frustrierender, als zuletzt in eine Mannschaft gewählt zu werden. Einfaches Durchzählen ist wohl die bekannteste faire Methode, allerdings auch ziemlich langweilig. Wie also vorgehen? Wir zeigen faire und gleichzeitig abwechslungsreiche Möglichkeiten zur Einteilung von Teams, sodass die Gruppenfindung bereits zum Teil der Sportstunde im Schulsport oder Vereinssport wird.

fair und kreativ Teams bilden
Zuweisen von Teams muss keine unbeliebte Aufgabe sein | zinkevych – stock.adobe.com

Bewegungskarten

Die Spielleitung verteilt verschiedene Karten mit Übungen bzw. Bewegungen. Dabei ist jede Übung mindestens 2x vertreten – je öfter, desto mehr Gruppenmitglieder entstehen. Beispiele:

  • Plank
  • Froschsprung
  • Kniebeuge
  • Standwaage
  • Bergsteiger
  • Hampelmann

Nach einer bestimmten Zeit, z. B. 1 min werden die Bewegungskarten untereinander ausgetauscht. Irgendwann gibt der Spielleiter ein Signal, dann finden sich die Spieler zu einer Gruppe zusammen, die die selbe Karte haben.

Hausaufgabe

Jede Woche erhält ein Kind im Sportunterricht die Hausaufgabe gerechte Teams zu bilden. Grundbedingungen wie die Anzahl der Gruppenmitglieder sowie der Zweck der Gruppenbildung werden vorher genannt. In der Woche darauf stellt das Kind nun schriftlich seine gewählte Gruppenaufteilung anhand verschiedener Kriterien vor. Beispielweise ist beim Basketball die Körpergröße wichtig, während beim Fußball nicht alle Vereinsfußballer in das gleiche Team sollten. Die Hausaufgabe schult die Fairness und das Gespür für sportartspezifische Fähigkeiten.

Leistungsermittlung

Eine Möglichkeit, die mehrere Varianten offenhält ist die Einteilung nach Leistung der Teilnehmer.

Leistungsermittlung durch Wettkampf

Die Leistung wird in einem kleinen Wettkampf ermittelt. Die Teams werden aus den Wettkampf-Ergebnissen fair zugeteilt, d. h. die Besten und die Leistungsschwächeren werden vermischt. Es sind Wettkämpfe denkbar, die auf Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination oder sportartspezifische Fähigkeiten abzielen. Hier reichen bereits unkomplizierte Partien wie: Wer kann am längsten den Hula Hoop schwingen?

Leistungsermittlung durch Selbsteinschätzung

Die Alternative zur Einteilung nach Leistung durch die Einschätzung des Sportlehrers bzw. Trainers ist die Leistungseinschätzung der Spieler selbst. Es bedarf Kommunikation untereinander eine Skala festzulegen (z. B. 1 extrem ballgewandt bis 5 unerfahren) und sich daraufhin aufzuteilen. Zwar muss hier jeder seine Schwächen preisgeben, jedoch bleibt hier keiner alleine. Die letztliche Gruppeneinteilung erfolgt so, dass die Leistungsstärksten und -schwächsten etwa gleichverteilt sind.

Seilsalat

Für die Bildung von Paaren kann der “Seilsalat” genutzt werden. Der Spielleiter legt Springseile bereit, es werden halb so viele Seile wie Spieler benötigt. Die Seile werden leicht ineinander verwickelt, die Seilenden schauen jedoch seitlich alle heraus. Nun nimmt sich jeder Spieler ein Seilende. Ohne das Seilende loszulassen muss der Seilhaufen nun entwirrt werden. Krabbeln, steigen und gemeinsame Absprachen sind erforderlich. Die zwei Spieler, die gemeinsam ein Seil halten, bilden letztlich ein Team.

Sortiermerkmale

Die Gruppen werden anhand verschiedener (Körper-)merkmale gebildet.
Beispiele:

  • Körpergröße aufsteigend
  • Augenfarbe von hell nach dunkel und Farbe
  • Schuhgröße aufsteigend
  • Farbe des Oberteils nach Regenbogenfarben
  • Anfangsbuchstabe des Namens gemäß Alphabet

Die Kinder stellen sich der Reihe nach auf, also z. B. nach der Farbe des Oberteils. Die Kommunikation wird gefördert und je nach Merkmal lernen sich die Kinder besser kennen. Dann wird nach dem bewährten Prinzip durchgezählt. Erschwert wird das Ganze, wenn die Linie auf einer Turnbank gebildet werden muss.

Spürsinn

Diese Art der Gruppeneinteilung ist dann ideal, wenn die Kinder zur Ruhe kommen sollen. Die Aufsichtsperson hat verschiedene Materialien zur Hand, bspw. Igelball, Kaltkompresse, Chiffon-Jongliertuch. So viele, wie Gruppen entstehen sollen. Nun schließen alle ihre Augen die Aufsichtsperson berührt mit einem ausgewählten Gegenstand kurz den Arm eines jeden Kindes. Die Aufteilung wird bewusst so gewählt, dass in etwa leistungsgleiche Teams entstehen. Dank der taktilen Wahrnehmungsfähigkeit können sich die Teammitglieder nun finden, also z. B. Team stachelig, kalt, sanft.

Zettelsuche

Bei diesem Spiel zur Gruppenbildung werden verschiedene Fortbewegungsformen genutzt, um seine Teamzugehörigkeit zu finden. Dazu werden abgezählte Zettel in der Sporthalle verteilt, auf denen die Teamnummer steht. Auf “los” schwärmen alle aus und schnappen sich einen Zettel. Diese können auch leicht versteckt werden.
Fortbewegungsbeispiele:

  • Rollbrett mit Paddel
  • Moonhopper/Pogo Stick
  • springend mit Springseil
  • Teppichfliesen aneinanderlegen
  • Hüpfsack
  • Krebsgang

Am Ende finden sich alle mit der gleichen Gruppenzahl zusammen und bilden jeweils ein Team.

Zoobesuch

Alle Kinder erhalten verdeckt eine Tier-Karte, es werden so viele unterschiedliche Karten gezeigt, wie Teams entstehen sollen. Nun strömen alle aus und ahmen das gezeigte Tier durch Bewegungen nach. Beispiele:

  • Affe
  • Frosch
  • Schnecke
  • Adler
  • Elefant
  • Gepard

Die “Tiere” halten Ausschau nach Artgenossen ohne dabei zu sprechen und finden sich so zusammen.