Auf dem Sportplatz oder in der Sporthalle werden täglich verschiedene Tore (Handball, Fußball etc.) im Vereinstraining oder Schulsport genutzt. Dabei sind besonders mobile und transportable Tore aufgrund des einfachen Auf- und Abbaus sehr beliebt. Sie weisen eine hohe Flexibilität auf und sparen sowohl Kosten als auch Platz. Doch mobile Tore können ohne eine entsprechende Torsicherung bzw. Kippsicherung bereits aufgrund eines stärkeren Torschusses oder einer kräftigen Windböe kippen. In diesem Beitrag zeigen wir Dir deshalb, was eine Kippsicherung ausmacht und welche Vorschriften Du bei der Torsicherung von versetzbaren Toren beachten musst.

Wie sieht eine gute Torsicherung aus?
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Wie sieht eine Torsicherung aus?

Torsicherung von einem Fußballtor
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Um das Umkippen zu vermeiden, bedarf es einer sachgemäßen Torsicherung. Dies ist auch von den GUV (Gemeinde-Unfall-Verbänden) und vom TÜV vorgeschrieben. Die Möglichkeiten der Torsicherungen sind vielfältig und werden immer an die individuellen Bedingungen vor Ort angepasst. Grundsätzlich kann man zwischen dem In- & dem Outdoor Bereich differenzieren:

  • In der Halle: Torsicherung durch Bodenhülsen, Sicherheitsschrauben oder Wandbefestigungen mit z.B. Ösen, Ketten oder Seile
  • Auf dem Platz bzw. im Außenbereich: Die Torsicherung ist hierbei abhängig vom Platz-Typ (Rasen, Hartplatz oder Kunstrasen), sowie von der Bodenbeschaffenheit (Lehm oder Sand). Es kann dann z.B. mit Gewichtssäcken oder mit Erdanker zum Einschlagen und Eindrehen gesichert werden. Zudem gibt es für den Einsatz im Außenbereich mobile „Anti-Kipp-Sicherungen“. Diese sind Zusatzgewicht (mit Sand befüllte „Tanks“), die mobil an den Einsatzort transportiert (meistens rollbar) und auf den Bodenrahmen des Tors zur Torsicherung gestellt werden können.

Was sind die Vorschriften der Torsicherung?

Wann ist ein Tor (Fußball, Handball, Hockey etc.) sicher?
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Für die Torsicherung von versetzbaren Fußball- und Handballtoren gibt es die DIN EN 748 Norm. Diese Norm schreibt vor, dass Tore standsicher bzw. standfest sind, wenn sie beim Einwirken einer horizontalen Kraft von 1.100 N (ca. 112 kg) auf die obere Mitte der Querlatte nicht kippen. Zudem gibt es noch die Vorschriften der GUV (Gemeine-Unfall-Verbände), wodurch an jedem Tor eine Kennzeichnung für den Einsatzzweck (ausschließlich Ballspiele) anzubringen ist. Dieses Warnschild soll zeigen, dass die Tore ausschließlich für die entsprechenden Ballspiele konstruiert sind und ein Beklettern des Netzes oder des Torrahmens verboten ist. Die Gewichte (Kontergewichte) zur Torsicherung hängen von der Größe des Tores ab. Hierbei sind nach GUV und DIN-Norm die folgenden Kontergewichte erforderlich:

  • 5 x 2 m Tor (Jugendtor) & Tortiefe von 1,0 m: Kontergewicht mit 200 kg
  • 5 x 2m Tor (Jugendtor) & Tortiefe von 1,5 m: Kontergewicht von 125 kg
  • 5 x 2m Tor (Jugendtor) & Tortiefe von 2,0 m: Kontergewicht von 100 kg
  • 3 x 2 m Tor (Bolzplatztor) & Tortiefe 1,0 m: Kontergewicht von 200 kg
  • 3 x 2 m Tor (Bolzplatztor) & Tortiefe 1,5 m: Kontergewicht von 125 kg
  • 7,32 x 2,44 m (Trainingstor) & Tortiefe 1,5 m: Kontergewicht von 170 kg
  • 7,32 x 2,44 m (Trainingstor) & Tortiefe 2,0 m: Kontergewicht von 100 kg

6 Hinweise zur Torsicherung

So sicherst Du ein Tor vorschriftsgemäß
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Leider kommt es immer wieder zu Unfällen aufgrund von kippenden Toren. Deshalb haben wir Dir 6 Hinweise für Torsicherungen zusammengetragen, die Du bei der Absicherung insbesondere neuer Tore kurz durchgehen solltest:

  • Orientiere Dich bei der Torsicherung immer an den vorgeschriebenen Kontergewichten der DIN-Norm. Denn diese gewährleisten, dass das Tor wirklich genügend Kontergewicht hat und nicht kippt. Lieber hat das Kontergewicht ein paar Kilogramm mehr als vorgeschrieben!
  • Die Wahl der richtigen Torsicherung hängt vom Platztyp (Hartplatz, Rasenplatz, Kunstrasenplatz) sowie den individuellen Bedingungen ab. Welche Möglichkeiten bieten sich Dir für Deine Tore? Liegen Bodenhülsen vor? Gibt es bereits mobile Kontergewichte, wie beispielsweise eine fahrbare Antikippsicherung?
  • Die Wahl der passenden Torsicherung hängt vom Zustand des Tores ab. Sind Deine Tore noch in einem guten Zustand und alle Schweißnähte in Ordnung?
  • Kinder dürfen nicht das Tornetz oder den Torrahmen beklettern. Ist sichergestellt, dass die Tore nicht unbeaufsichtigt sind? Im öffentlichen Raum wie z.B. ein Bolzplatz müssen Tore nochmals stärker gesichert werden, als beispielsweise im Training in der Halle!
  • Tore müssen auch abseits vom Spielbetrieb gegen Unfälle gesichert sein. Wie und wo werden diese gelagert?
  • Versehe Deine Tor mit den Wandschildern bzw. Warnaufklebern der GUV, welche auf die Gefahr des Kippens und auf das Verbot des Bekletterns der Tore hinweisen.

Müssen Mini-Tore auch gesichert werden?

Sicherung von Mini-Toren

Mini-Tore sind besonders im Freizeitbereich, sowie in Kindergärten oder Schulen, sehr beliebte Spielgeräte. Laut der DIN-Norm müssen Mini-Tore nicht speziell abgesichert werden. Dennoch gibt es für diese Tore bzw. diese Tor Größe spezielle Bodenverankerungen und Sicherungssysteme, die auch bei diesem Typ von Tor ein Umkippen vermeiden sollen. Eine Torsicherung von einem Mini-Tor bietet sich auf dem Pausenhof oder im heimischen Garten an, wo Du Deine Kinder nicht zu jederzeit überwachen kannst.