Lagerungshilfen gehören in der Physiotherapie und Rehabilitation zur Grundausstattung. Während der Therapie stützen und unterstützen die therapeutischen Hilfsmittel verletzte oder gefährdete Körperteile, was zu einer Erleichterung von Therapeut und Patient führt. Zudem können Lagerungshilfen bei bestimmten Körperteilen zu einer Druckentlastung führen. In diesem Beitrag geben wir Dir einen Überblick über die verschiedenen Arten und die richtige Reinigung der therapeutischen Hilfsmittel.

Was sind Lagerungshilfen?

Der Einsatz von Lagerungshilfen hängt von den Patientenbedürfnissen ab. Lagerungshilfen werden u. a. in den folgenden Bereichen verwendet:

  • Zur Druckentlastung von z. B. Armen, Beinen, Nacken oder Rücken
  • Zur Hochlagerung für einen besseren Lymph- und Blutabfluss
  • Zur Stabilisierung des Patienten in einer bestimmte Position, damit der Therapeut ungestört und einfacher behandeln kann
  • Zur Schmerzlinderung

Arten von Lagerungshilfen

Lagerungshilfen unterscheiden sich in ihren Formen sowie Größen und sie sind an den jeweiligen Einsatzzweck der Behandlung angepasst. Dabei kann in die folgenden Arten differenziert werden:

Lagerungsrolle

Lagerungshilfen in der Therapie

Eine Lagerungsrolle kann an verschiedenen Körperteilen eingesetzt werden. Meistens wird die Rolle als Knie- oder Nackenrolle verwendet. Mit der Rolle können bestimmte Körperteile entlastet, ideal positioniert und gezielt mobilisiert werden. Beispielsweise kann die Rolle bei einer Positionierung unter dem Knie zur Vermeidung einer Überstreckung sowie zu einer besseren Behandlung von Füßen und Beinen führen. Zudem wird bei dieser Positionierung die Wirbelsäule entlastet. Es wird zudem in Vollrolle, Halbrolle und Dreiviertelrolle unterschieden. Halbrollen werden häufig zur Stützung des Nackens oder der Ferse benutzt. Die flache Unterseite der Halb- und Dreiviertelrollen verhindert ein Verrutschen der Rolle während der physiotherapeutischen Behandlung. Lagerungsrollen eignen sich zudem besonders gut für den Einsatz in Bauch- oder Rückenlage. Dabei wird die entsprechende Körperregion durch eine Rolle etwas erhöht, wodurch die Behandlung erleichtert wird.

Lagerungskeil

Lagerungshilfen in der Physiotherapie und Rehabilitation

Mit Hilfe von Lagerungskeilen können in Rückenlage sowohl Beine als auch Arme hochgelagert werden. Lagerungskeile werden häufig zur Verbesserung des Lymphabflusses eingesetzt, weshalb sie meistens bei der Lymphdrainage verwendet werden. Die Keile verfügen über eine abgeschrägte Seite, wodurch Beine und Arme einen leichten Winkel einnehmen. Die Lagerungskeile sind mit Beinmulden erhältlich, sodass die Gliedmaßen während der Lymphdrainage besser in ihrer Position gehalten werden können.

Mobilisationskeil

Eine besondere Form des Keils ist der Mobilisationskeil, der sich durch einen tiefen Einschnitt auszeichnet. Der Mobilisationskeil wird zur Wirbelsäulenbehandlung, in der Schlingentherapie sowie zur Fuß- und Handgelenksmobilisation verwendet. Zusätzlich können mit dem Mobilisationskeil aber auch einzelne Bereiche der Lendenwirbelsäule mobilisiert werden.

Lagerungswürfel

Lagerungswürfel

Lagerungswürfel ermöglichen ein Hochlagern der Beine. Mit ihnenl können die kompletten Unterschenkel unterlagert bzw. hochgelagert werden, wodurch ein 90-Grad-Winkel zwischen Knie und Hüfte entsteht und die Beine in eine Stufenlage gebracht werden. Dies führt zur Entlastung von Lendenwirbelsäule und Bandscheiben, was besonders bei Patienten mit einem Bandscheibenvorfall meist zu einer sofortigen Linderung der Schmerzen führt. Denn durch die Position wird der größte Teil des Drucks, der auf die Bandscheiben herrscht, abgeschwächt. Für eine ideale Stufenlagerung mit einem Lagerungswürfel sollte die Länge der Unterschenkel in etwa der Länge des Lagerungswürfels entsprechen. Eine spezielle Form des Lagerungswürfels ist der Positurwürfel, welcher auch als Positurkissen bezeichnet wird. Dieser hat unterschiedliche Seitengrößen. Dies hat den Vorteil, dass der Würfel von Personen mit unterschiedlicher Beinlänge genutzt werden kann.

Lagerungskissen

Bei Lagerungskissen lassen sich wieder verschiedene Formen unterschieden:

Keilkissen

Keilkissen

Ein Keilkissen ist ein Sitzkissen und es verfügt über eine angeschrägte Seite, wodurch beim Sitzen auf dem Keilkissen das Becken nach vorne gekippt wird. Das führt zu einer aufrechten Körperhaltung und zu einer Streckung der Wirbelsäule. Zudem werden die Bandscheiben entlastet. Das Keilkissen wird bei verschiedenen Übungen im Sitzen sowie zum Training des „richtigen“ Sitzens eingesetzt. Dieses Kissen wird nicht nur im Therapiebereich verwendet, viele Menschen nutzen das Keilkissen auch im Alltag für ein aufrechtes Sitzen wie beispielsweise im Büro oder beim Autofahren.

Lordosekissen

Lordosekissen

Loredosekissen werden zur Unterlagerung des Nackens und zur Lordosierung des Lendenwirbelbereichs eingesetzt. Außerdem unterstützt es das richtige Sitzen und führt zur Entspannung des Rückens.

Nackenkissen

Nasenhörnchen

Ein Nackenkissen wird bei Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich angewendet. Außerdem kann es bei Workouts in Rückenlage unterstützend und dadurch entlastend wirken.

Venenkissen

Venenkissen

Venenkissen erinnern an Lagerungskeile, jedoch weisen sie eine wellenartige Form aus. Diese Form ermöglicht einen besseren Blutabfluss bei Venenproblemen. Gleichzeitig werden die Muskeln entlastet, wodurch es zur Schmerzlinderung führt. Oftmals kommen Venenkissen bei Krampfadern, Spannungsgefühlen in den Beinen oder Venenerkrankungen zum Einsatz.

Material der Lagerungshilfen

Das Innere der meisten Lagerungshilfen besteht aus speziellem Schaumstoff. Je nach Form und Größe unterscheidet sich dabei die Dichte des Schaumstoffs. Zudem gibt es Lagerungshilfen, die mit Luft befüllt sind. Aufblasbare Lagerungshilfen haben den Vorteil, dass sie nach der Benutzung platzsparend verstaut werden können. Zudem kann beim Aufblasen der Lagerungshilfen die gewünschte Härte selbst bestimmt werden. Einige Lagerungshilfen sind auch mit Sand befüllt. Dieses Füllmaterial schmiegt sich gut an den zu lagernden Körperbereich an und gibt ein Gefühl der Sicherheit und Stabilität. Der Nachteil von Sand ist jedoch das höhere Gesamtgewicht der Lagerungshilfen. Alternativ werden daher oft kleine Styropor-Kügelchen oder silikonierte Faserbällchen als Füllmaterial verwendet. Beides ermöglicht ebenso eine stabile und körperabformende Lagerung. Die beiden Materialien verdichten sich zudem bei Druck und geben so ein angenehm weiches Gefühl mit stabilem Halt.

Bezug von Lagerungshilfen

Der Bezug von Lagerungshilfen besteht meistens aus Stoff oder Kunstleder. Lagerungshilfen mit Stoffbezug sind meistens günstiger, jedoch sind sie auch sehr viel anfälliger für Schmutz und Beschädigungen. Darüber hinaus sind sie nur schwer hygienisch zu halten. Ein (Kunst-)Lederbezug ist robust, reißfest und leichter zu reinigen. Oftmals ist es ausreichend, wenn der Lederbezug mit einem feuchten Tuch und/oder mit Desinfektionsmittel behandelt wird. Für einige Lagerungshilfen gibt es auch wechselbare Bezüge, so dass diese separat gewaschen werden können.

Reinigung von Lagerungshilfen

Reinigung der Lagerungshilfen

Die meisten Lagerungshilfen werden von verschiedenen Patienten benutzt. Aus diesem Grund sollten sie nach jeder Anwendung gereinigt und desinfiziert werden. Für die tägliche Reinigung reicht das Abwaschen mit einem feuchten Tuch sowie dem darauffolgenden Desinfizieren der Lagerungshilfe. Für die Desinfektion können entweder Desinfektionstücher oder reines Desinfektionsmittel verwendet werden. Lagerungshilfen aus Kunstleder können zudem gelegentlich in der Waschmaschine gereinigt werden. Eine Reinigung mit alkoholbasierten Mitteln sollte jedoch vermieden werden, denn diese können den Lederbezug porös machen.
Lagerungshilfen aus Stoff eignen sich nicht für die tägliche Verwendung in einer Praxis, da diese nicht einfach abgewaschen und desinfiziert werden können. Der Bezug muss daher nach jeder Verwendung gewaschen werden.