Streetsport (Straßensport) begeistert Jung und Alt und zeichnet sich v.a. durch einfache Regeln und eine schnelle Umsetzung aus. Streetsport wird auf der Straße, also auf harten Untergründen wie Asphalt, Beton oder Pflastersteinen, sowie meistens in einer städtischen Umgebung gespielt. In diesem Beitrag stellen wir Dir die bekanntesten Sportarten im Streetsport-Bereich vor, die Du aufgrund der Einfachheit und nur weniger notwendiger Grundkenntnisse auch sehr gut im Schulsport einsetzen kannst.

Street Soccer

Beliebte Streetsport Sportarten

Street Soccer ist eine Form des Straßenfußballs und kann auch als eine eigene Sportart gesehen werden. In manchen deutschen Städten, wie beispielsweise in Hamburg, Berlin oder Köln, gibt es sogar eine eigene Streetsoccer Liga. Gespielt wird auf einem 15 m langen und 10 m breiten Feld. Meistens werden mobile Streetsoccer Anlagen / Courts benutzt, die schnell und einfach auf jedem Schulhof, städtischen Gelände oder Sportplatz aufgestellt werden können. Die Regeln sind sehr einfach, wodurch leicht ein dynamisches und schnelles Spiel entsteht:

  • Spieldauer: zwischen 10 bis 15 Minuten
  • Ein Team besteht aus vier Spielern und bis zu vier Ersatzspielern. Die Auswechselspieler dürfen beliebig oft ein- und ausgewechselt werden
  • Beim Einwurf wird der Ball eingerollt
  • Es wird ohne einen Schiedsrichter gespielt
  • Abseits gibt es nicht

Ohne Schiedsrichter müssen die Spieler selbst entscheiden, wann ein Foul gespielt wurde und wann nicht. Gerade das macht den besonderen Reiz im Straßenfußball aus, da nur die spielerischen Fähigkeiten gefragt sind und diese ein Spiel entscheiden sollen. Im Straßenfußball gibt es zudem zahlreiche Spielvarianten, die die sehr einfachen und wenigen Regeln ergänzen und das Spiel abwechslungsreicher machen können. Wir wollen als Beispiele die Spielvarianten Panna K.O. und Wandschießen vorstellen:

Beim Panna K.O. spielen zwei Spieler gegeneinander. Dabei ist das Ziel, dass ein Spieler bei einer offenen Beinstellung den Ball durch die Beine spielt („tunnelt“). Das wird als Panna bezeichnet. Der Panna ist jedoch erst abgeschlossen, wenn man als „tunnelnder“ Spieler den Ball auch nach dem Panna wieder bekommt.
Wandschießen ist bestimmt noch aus der Kindheit bekannt. Hierbei schießt eine beliebige Anzahl an Spielern den Fußball gegen eine Wand. Ein Spieler spielt den Ball auf die Wand, nach dem Aufprall des Balles auf den Boden muss dieser direkt vom nächsten Spieler mit einer Ballberührung entgegen genommen und wieder gegen die Wand gespielt werden. Schafft ein Spieler seine Annahme nicht, beispielsweise weil der Ball ein zweites Mal aufkommt oder er berührt nicht die Wand, scheitet der Spieler aus.

Street Basketball

Street Basketball wird auch Streetball genannt und ist eine Variante des klassischen Basketballspiels, welche meist auf öffentlichen, städtischen Plätzen gespielt wird. Die Regeln im Streetball sind jedoch einfacher als die klassischen Basketballregeln. Die wichtigste Regel: Fair Play, denn es wird ohne Schiedsrichter gespielt. Bei Bedarf kann ein sogenannter Courtbeobachter eingesetzt werden, wobei dieser ein Berater und kein Schiedsrichter sein soll. Streetbasketball ist aufgrund von einer geringen Spielerzahl, kurzen Angriffszeiten (pro Angriff 12 Sekunden) sowie dem halben Spielfeld sehr dynamisch und bietet eine größere Flexibilität als klassisches Basketball.

Die wohlbekannteste und beliebteste Form des Streetbasketballs ist die 3×3 Variante, bei welcher 2 Mannschaften mit jeweils 3 Spielern (3×3) auf einen Korb spielen. Gespielt wird auf Halbfeldern mit den offiziellen Linien des Basketballsfelds. Die Regeln im Street Basketball (Variante 3×3) sind:

  • 2 Mannschaften mit jeweils drei Spielern
  • Pro Angriff auf einen Korb steht einer Mannschaft eine Angriffszeit von 12 Sekunden zum Punkten zur Verfügung.
  • Der erste Ballbesitz wird vor dem Spiel durch Münzwurf entschieden.
  • Vor einem Korberfolg müssen mindestens zwei Spieler der angreifenden Mannschaft im Ballbesitz gewesen sein (Pflichtpass). Ansonsten ist der Korb ungültig.
  • Nach jedem Korberfolg wechselt der Ballbesitz und bevor weitergespielt werden darf, muss der Ball von einem Gegenspieler hinter der 2 Punkte-Linie gecheckt werden. „Checken“ bedeutet, dass der Ball hinter dieser Linie von einem Spieler berührt wird.
  • Nach einem Korberfolg, Fouls und Ausbällen beginnt das Spiel hinter der 2 Punkte Linie
  • Bei Sprungballsituationen erhält die verteidigende Mannschaft den Ball. Dunkings sind im ganzen Streetball Spiel nicht erlaubt und der Streetball Ball gilt als aus, wenn dieser das Korbgestänge berührt.
  • Gefoulte Spieler sagen die Fouls an, wobei hinsichtlich der Foulanzeige jederzeit Fairness erwartet wird.
  • Ein Feldkorb oder ein Freiwurf geben einen Punkt. Erfolgreiche Würfe hinter der 6,75 m Linie zählen 2 Punkte.
  • Ein Spiel endet, wenn ein Team 16 Punkte erreicht hat. Die Spieldauer beträgt max. 20 Minuten. Sollte innerhalb von 20 Minuten kein Team 16 Punkte erreichen, so wird der Spielstand am Ende der regulären Spielzeit übernommen.
  • Jede Mannschaft kann 30 Sekunden Auszeit nehmen. In den letzten beiden Spielminuten ist jedoch beiden Mannschaften keine Auszeit mehr gestattet.

Street Handball

Vorstellung von Streetsport

Street Handball zeichnet sich im Vergleich zum klassischen Handballspiel durch ein Spiel auf nur ein Tor aus, ähnlich wie beim Street Basketball. Außerdem ist die Spieleranzahl der beiden Mannschaften mit 4 Spielern (4 gegen 4) geringer. Street Handball wird, wie jeder Streetsport, ohne Schiedsrichter gespielt. Außerdem soll auch hier Fairplay im Mittelpunkt stehen. Die Regeln sind die folgenden:

  • 4 Spieler pro Mannschaft spielen auf ein Tor (Unihockey Tor).
  • Das Spielfeld hat die Größe einer Kleinturnhalle bzw. eines Querfeldes einer Dreifachturnhalle.
  • Die Spieldauer beträgt 8 bis 10 Minuten.
  • Beim Angriff spielt der Torhüter als Feldspieler. Die Folge daraus ist, dass das angreifende Team immer in Überzahl spielt.
  • Vor einem Torwurf müssen mindestens zwei Spieler der angreifenden Mannschaft in Ballbesitz gewesen sein.
  • Mit dem Ball sind maximal 3 Schritte erlaubt.
  • Der Wurfkreis darf nur vom Torhüter betreten werden.
  • Gespielt wird ohne Körperkontakt, weshalb der Ball nur während des Passes bzw. Wurfes zurückerobert werden kann.
  • Bei einem Ausspiel erhält die gegnerische Mannschaft den Ball, ebenso bei einem Foul.
  • Der Ballbesitz wechselt nach jedem erfolgreichen Torschuss und bevor weitergespielt werden darf, muss der Ball hinter die Grundlinie (mind. 10 m vom Tor entfernt) zurückgespielt werden.

Street Hockey

Dieser Streetsport hat nicht nur einen eigenen Weltverband ISBHF (International Street- & Ballhockeyfederation), sondern es gibt auch Welt- und Europmeisterschaften. Street Hockey ist ein beliebter Mannschaftssport in Schulen und Vereinen und wird ausschließlich auf Hartbelägen, wie beispielsweise Asphalt oder Beton, gespielt. Aus diesem Grund kannst Du das Spiel gut auf einem Schulhof spielen. Zudem wird mit einem Puck bzw. Ball, einem Schläger und einem Tor nur wenig Equipment benötigt und im Spiel gelten diese einfachen Regeln:

  • Empfohlene Spielfeldgröße: 15 m x 30 m bis 20 m x 40 m. Dabei müssen die Mittellinie und die Torlinien durch eine deutlich sichtbare Linie gekennzeichnet sein und 4 Bullypunkte, sowie ein Anstoßpunkt markiert werden. Die Spielfeldumrandung bildet eine Bande.
  • Eine Mannschaft besteht aus 3 Feldspielern und einem Torwart, wobei die Spieler jederzeit im Spiel gewechselt werden dürfen.
  • Die Spieldauer beträgt max. 2×12 Minuten.
  • Tore dürfen nur auf direkter Linie (Spieler zum Tor) und nur mit einem Schläger erzielt werden.
  • Einwurf (Bully): Wenn der Ball das Spielfeld verlässt, wird das Spiel mit einem Einwurf an der Stelle fortgesetzt, an der der Ball zuletzt von einem Spieler berührt wurde. Hierbei wird von dem am nächstgelegenen Bullypunkt eingespielt.

Streetsport in Schule & Verein

Streetsport in der Schule

Die vorgestellten Streetsport Sportarten sind nicht nur in der Freizeit beliebt, sondern sind auch ideal für den Einsatz im Schul- oder Vereinssport. Mit nur wenig Vorbereitung und Einführung trainieren Schüler und Sportler mit Streetsport u.a. soziale Kompetenzen, wie beispielsweise Konfliktfähigkeit, Frustrationsbewältigung oder Toleranz und somit letztendlich auch Fairplay. Zudem werden technische Fähigkeiten der jeweiligen Sportarten durch das schnelle und dynamische Spiel schnell verbessert, ohne dass ein zu komplexes Regelwerk den Spielspaß hemmen.