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    Musiktherapie erklärt

    Kübler Sport Redaktion |

    Lesedauer: 2 Minuten

    Musik wird seit Jahrhunderten als Ausdrucks‑ und Kommunikationsmittel genutzt. In der Therapie wird Musik dazu eingesetzt, emotionale Reaktionen wahrnehmbar zu machen, Spannungszustände zu beeinflussen, Bewegungsabläufe zu unterstützen oder soziale Interaktion zu fördern – je nach individueller Situation.

    Senioren musikzieren bei Musiktherapie
    Kzenon – stock.adobe.com

    Was ist Musiktherapie?

    Musiktherapie ist eine eigenständige, wissenschaftlich fundierte Therapieform. Sie nutzt Musik und musikalische Elemente wie Klang, Rhythmus, Melodie und Stimme innerhalb einer therapeutischen Beziehung. Ziel ist es nicht, musikalische Fähigkeiten zu erlernen oder zu verbessern, sondern innere Prozesse anzuregen, auszudrücken und zu verarbeiten. Je nach Zielsetzung kann Musiktherapie aktiv oder rezeptiv erfolgen. Im Mittelpunkt steht immer die individuelle Situation der behandelten Person sowie die therapeutische Interaktion zwischen Therapeut und Klient.

    Für wen ist Musiktherapie geeignet?

    Musiktherapie ist für Menschen aller Altersgruppen geeignet – von der Frühförderung über das Erwachsenenalter bis in die Arbeit mit hochbetagten Menschen. Sie kann unabhängig von musikalischen Vorkenntnissen eingesetzt werden.

    Besonders relevant ist Musiktherapie für Menschen,

    • die Schwierigkeiten haben, sich sprachlich auszudrücken,
    • die unter emotionalen, psychischen oder neurologischen Beeinträchtigungen leiden,
    • die sich in belastenden Lebenssituationen befinden,
    • die Unterstützung bei Entwicklungs‑ oder Rehabilitationsprozessen benötigen.

    Auch im präventiven und begleitenden Kontext, etwa in Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder sonderpädagogischen Einrichtungen, findet Musiktherapie Anwendung.

    Welche Krankheitsbilder werden mit Musiktherapie behandelt?

    Musiktherapie wird in unterschiedlichen medizinischen und therapeutischen Fachbereichen eingesetzt. Dazu zählen unter anderem:

    • Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen
    • Neurologische Erkrankungen, etwa nach Schlaganfall, bei Parkinson oder Multipler Sklerose
    • Entwicklungsstörungen bei Kindern, einschließlich Autismus‑Spektrum‑Störungen
    • Psychosomatische Beschwerden und chronische Schmerzen
    • Demenzerkrankungen und altersbedingte kognitive Einschränkungen
    • Begleitung bei schweren oder chronischen Erkrankungen, zum Beispiel in der Onkologie oder Palliativversorgung

    Die Musiktherapie wird häufig ergänzend zu anderen Therapieformen eingesetzt und ist Teil eines interdisziplinären Behandlungskonzepts.

    Welche Methoden der Musiktherapie gibt es?

    Die Musiktherapie umfasst unterschiedliche methodische Ansätze, die je nach Zielsetzung eingesetzt werden.

    Aktive Musiktherapie

    In der aktiven Musiktherapie wird Musik selbst erzeugt, etwa durch Instrumente, Stimme oder Körperklänge. Improvisation spielt dabei eine zentrale Rolle. Musikalische Vorerfahrung ist nicht notwendig, da einfache Instrumente und freie Ausdrucksformen genutzt werden.

    Rezeptive Musiktherapie

    Bei der rezeptiven Musiktherapie steht das bewusste Hören von Musik im Vordergrund. Die Musik wird gezielt ausgewählt oder live gespielt und anschließend reflektiert. Dabei können innere Bilder, Emotionen oder Erinnerungen angeregt werden.

    Tiefenpsychologisch orientierte Musiktherapie

    Dieser Ansatz nutzt Musik, um unbewusste Prozesse zugänglich zu machen. Die musikalische Improvisation dient als Ausdruck innerer Konflikte und emotionaler Themen, die im therapeutischen Gespräch aufgearbeitet werden.

    Neurologische Musiktherapie

    Die neurologische Musiktherapie basiert auf neurophysiologischen Erkenntnissen. Rhythmus und musikalische Strukturen werden gezielt eingesetzt, um motorische, sprachliche oder kognitive Funktionen zu fördern.

    Instrumente im Shop finden

    Im Kübler Sport Onlineshop findest du eine große Auswahl an Instrumenten für die Musiktherapie.

    Wer darf Musiktherapie anbieten?

    Musiktherapie darf nur von entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden. In Deutschland handelt es sich dabei um Therapeutinnen und Therapeuten mit einem abgeschlossenen Studium der Musiktherapie (Bachelor, Master oder Diplom) oder einer gleichwertigen anerkannten Ausbildung.

    Zusätzlich sind je nach Tätigkeitsfeld therapeutische Zusatzqualifikationen sowie regelmäßige Fort‑ und Weiterbildungen erforderlich. Berufsverbände wie die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) definieren Qualitätsstandards und berufsethische Richtlinien.

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