Tchoukball ist eine relativ junge Sportart, die in den 1970ern vom Schweizer Arzt Dr. Hermann Brandt entwickelt wurde. Seine Idee war es, eine Teamsportart zu entwickeln, die Gesundheit, Respekt und Spaß vereint. Er entwickelte ein schnelles und intensives Spiel mit ständigen Wechseln zwischen Angriff und Verteidigung, das gleichzeitig durch das aktive Ausweichen vor dem Gegner sehr fair ist.

Bei Tchoukball spielen zwei Mannschaften mit jeweils sieben Spielern gegeneinander bzw. nach der Grundidee des Erfinders „miteinander“. Das Spielfeld hat die Größe eines Basketballfeldes, auf dessen kurzen Seiten jeweils ein Tchoukballnetz („Frame“) steht. Vor dem Netz befindet sich jeweils eine Sperrzone mit einem Radius von drei Metern, die verbotene Zone. Das Netz ähnelt einem Trampolin, das in einem schrägen Winkel zum Boden aufgestellt wird, sodass ein auf das Netz geworfener Ball wieder ins Spielfeld zurückprallt.

Die Regeln

Ziel des Spiels ist es, Punkte zu erzielen. Dies kann auf unterschiedliche Weise erreicht werden:

Ein  Spieler erzielt einen Punkt für seine eigene Mannschaft, wenn er den Ball auf den Frame wirft und kein Mitspieler der verteidigenden Mannschaft es schafft, den Ball zu fangen bevor er den Boden berührt.

Ein Spieler erzielt einen Punkt für den Gegner, wenn:

  • sein Wurf am Netz vorbei geht
  • der Ball nach seinem Abwurf außerhalb des Feldes wieder aufprallt
  • er den Ball nach seinem Abwurf wieder berührt
  • sein Wurf die verbotene Zone berührt, egal ob vor oder nach dem Aufprall

Die weiteren Spielregeln für Tchoukball sind grundsätzlich leicht zu verstehen, sodass auch Neulinge schnell Spaß am Spiel finden. Grundsätzlich gilt: Ein Spieler darf seinen Gegenspieler auf keinen Fall behindern, sondern muss ihm aktiv aus dem Weg gehen. So ist ein faires Spiel mit geringem Verletzungsrisiko möglich. Die Spieler dürfen einen Pass der gegnerischen Mannschaft außerdem weder herausfangen, noch berühren. Lässt ein Spieler nach einem Pass den Ball fallen, so bekommt die andere Mannschaft den Ball.

Nach dem Anwurf muss der Ball einmal die Mittellinie des Spielfeldes überqueren, danach dürfen beide Teams auf beide Frames spielen. Dabei darf allerdings maximal drei Mal hintereinander auf das gleiche Netz geworfen werden. Berührt der Ball den Metallrahmen des Netzes, so zählt der Punkt nicht und der Gegner bekommt den Ball.

Eine Mannschaft darf maximal drei Mal Pässe spielen, spätestens dann muss ein Abschluss auf das Netz erfolgen. Der Anwurf nach einem Punkt und der Wurf auf das Tchoukballnetz zählen jedoch nicht als Pass.
Ein Dribbeln des Balles ist nicht erlaubt. Stattdessen darf ein Spieler mit Ball maximal drei Bodenkontakte haben, wobei bereits das Fangen des Balls im Stand als ein Kontakt zählt. Fängt man den Ball in der Luft, so zählt die Landung als zwei Kontakte.

Die Tchoukball-Charta

Die Regeln des Spiels animieren nach Ansicht des Tchoukball-Erfinders dazu, nicht gegen einen Gegner, sondern gegen die eigenen Schwächen zu kämpfen. In der Tchoukball-Charta wird vom Erfinder exakt aufgeführt, in welcher Art und Weise Tchoukball gespielt wird. Sie dient als Rahmen für den Sport. Da das Spiel als Mittel zur Freundschaftsbildung entwickelt wurde, soll jeder Spieler den anderen respektieren. Dabei soll Freude über den eigenen Erfolg nicht auf Kosten des Gegners ausgelebt werden. Deshalb sollte auch kein Ergebnis die Bedeutung für den Einzelnen und das Team beeinflussen und niemals zu Rivalitäten führen. Das Hauptaugenmerk der Spieler sollte das Streben nach einem schönen Spiel sein. Aus diesem Grund verwendet man im Tchoukball auch nicht die Bezeichnung „Sieg“ , sondern stattdessen das simplere Wort „Gewinner“.

Weiterhin gibt es keinen individuellen „besten“ Spieler, sondern eine nach Perfektion strebende Gemeinschaft, die sich durch das Bilden gemeinsamer Ressourcen gegenseitig unterrichten und unterstützen.

Wer spielt Tchoukball?

Nach der besonderen Philosophie des Tchoukball sind Fair Play und Respekt das oberste Gebot des Spiels. Durch die festgelegten Regeln soll jede Aggression verhindert werden. Da kein Spieler einen anderen behindern darf, können Männer, Frauen, Kinder und Erwachsene in gemischten Teams einfach zusammen spielen. Dadurch ist Tchoukball ein sehr vielseitiger Sport, der auch in Schulen, Kitas und im Reha- und Seniorensport einfach gespielt werden kann.

Ständige Aufmerksamkeit, Beobachtungsgaben, vorausschauendes Denken und Intelligenz sind für ein Tchoukballspiel genauso wichtig wie athletische Fähigkeiten. Zusätzlich wird der Teamgedanke gefördert, da das Spiel nur gewonnen werden kann, wenn alle Mitspieler zusammenarbeiten und sich ergänzen.

Tchoukball wird aber nicht nur im Freizeitsport, sondern auch im Ligabetrieb und in internationalen Turnieren gespielt. Die Spiele finden meist in der Halle oder als Beach-Variante im Sand statt. Seit 2010 gibt es offizielle deutsche Meisterschaften, die ersten Weltmeisterschaften wurden im Jahr 2000 in Genf ausgetragen.

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