Früh übt sich! Das Eltern-Kind-Turnen ist an Kleinkinder im Alter von einem bis drei Jahr/en gerichtet, wobei das Mindestalter je nach Anbieter (meist Sportvereine) etwas variiert. Um das Turnangebot vollumfänglich zu nutzen, sollten die Kinder bestenfalls ihre ersten Schritte bereits gemacht haben. In Begleitung von Vater oder Mutter, aber auch anderen Bezugspersonen wie den Großeltern, werden so abwechslungsreiche Bewegungserfahrungen gesammelt.

Kleinkind beim Eltern-Kind-Turnen

Warum ist die Erfahrung im Kleinkindalter so wichtig?

Kinder wollen die Welt entdecken. Gerade in den ersten Lebensjahren sind die Entwicklungsschritte enorm: vom Krabbeln, Sitzen, Gehen über weitere erworbene motorische Geschicklichkeiten. Dabei gilt stets: Umso häufiger eine bestimmte Bewegung durchgeführt wird, desto routinierter wird die Motorik. Denn die Muskeln werden stärker und die Balance zu halten fällt leichter. Die Turnstunde mit geschulten Übungsleitern bietet die Möglichkeit, diese unterschiedlichsten Bewegungsabläufe gezielt zu üben. Auch steigt besonders im zweiten Lebensjahr der Wille, vieles selbständig bewältigen zu wollen. Das Eltern-Kind-Turnen bietet die Freiheit, diese Selbständigkeit von Beginn an unter Aufsicht zuzulassen. Durch die Anwesenheit anderer Kinder lernen die Kinder zusätzlich bereits durch das reine Abschauen von Bewegungsabläufen. Die Bewegungsfreude anderer Kinder steckt an – Schon früh kann so die Begeisterung für Sport geweckt werden. Auch werden soziale Kompetenzen durch den Kontakt zu anderen Familien gestärkt.

Welche Funktion hat die Begleitperson beim Eltern-Kind-Turnen?

In einer neuen Umgebung, in der zusätzlich viel Neues gelernt wird, ist eine vertraute Bezugsperson für die Kleinsten wichtig. Die Begleitperson dient neben der Übungsleitung nicht nur zur reinen Aufsicht, sondern soll auch aktiv am Geschehen teilnehmen. Das gemeinsame Erleben der Spiele und Übungen ist für die Eltern-Kind-Bindung nicht unerheblich.

Eltern-Kind-Turnen Bezugsperson

Wie läuft eine Eltern-Kind-Turnstunde ab?

An erster Stelle steht das Entdecken, somit ist beim Eltern-Kind-Turnen kein strikter Ablauf festgeschrieben. In der Regel werden jedoch Rituale wie das gemeinsame Singen und Tanzen eingeplant.

Krabbeln, klettern, hüpfen, balancieren – besonders Hindernisparcours bzw. bewegliche Bewegungslandschaften sind beliebt, um den Kindern eine abwechslungsreiche Turnstunde anzubieten. Auch die unterschiedlichen Entwicklungsniveaus der Kinder können so gut berücksichtigt werden. Folgende Stationen werden dabei gerne eingesetzt:

  • Slalomwege aus Hütchen
  • Turnbank oder Halbleiter an der Sprossenwand zum Hochklettern bzw. Runterrutschen
  • Aneinandergelegte Gymnastikreifen zum Hüpfen
  • Turnbank oder Hügelkuppen zum Balancieren

In diesem Beitrag stellen wir weitere ausgefallene Aufbau-Ideen vor, wie wäre es zum Beispiel mit der “Waschanlage”? Selbstverständlich muss bei den Stationen stets auf eine ausreichende Absicherung durch Matten sowie Hilfestellungen der Begleitpersonen geachtet werden.

Was ist wichtig beim Eltern-Kind-Turnen?

Beim Turnen mit den Kindern sollte jederzeit der Spaß der Kinder an erster Stelle stehen. Das Angebot darf nicht überfordern und die Kinder sollen sich in der Gruppe wohlfühlen. Ist ein Kind frustriert, beispielsweise, weil ältere Kinder in ihren Bewegungen geübter sind, sollte Mut zugesprochen werden, weiterzumachen. Gemeinsam und behutsam – ohne die Vermittlung von Leistungsdruck – sollte spielerisch weitergeübt werden. 

Das Eltern-Kind-Turnen wird von vielen lokalen (Turn-)Vereinen angeboten. Auch die Landesturnverbände helfen im Zweifel bei der Suche nach einem ortsnahen Anbieter. Vor der Anmeldung in einen Verein sollte bestenfalls eine erste „Schnupperstunde“ mit der/dem Übungsleiter/in vereinbart werden, um herauszufinden, ob das Turnangebot dem Kind auch Freude bereitet.