Der Spielbetrieb im Kinderfußball soll zukünftig grundlegend umstrukturiert werden. Statt den klassischen Vereinsduellen mit sieben Spielern pro Mannschaft (U12/U13) sollen Turniertage mit kleineren Spielfeldern und Minitoren stattfinden. Der Deutsche Fußball-Bund treibt das Projekt aktiv voran, um Kinderfußball im Verein fairer und motivierender zu gestalten. Doch welche Änderungen wird es konkret geben? Worauf zielen die neuen Spielformen im Kinderfußball ab? Worauf müssen sich Vereine nun einstellen? Wir klären auf.

Quelle: BazookaGoal®

Was wird sich im Kinderfußball durch die neuen Spielformen im Detail ändern?

In der Saison 2020/2021 wird das Projekt “Neue Spielformen im Kinderfußball” in die nächste Pilotphase gehen, an der sich alle 21 Landesverbände beteiligen. Die klassischen Meisterschaftsrunden entfallen, stattdessen werden mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern Turniere ausgetragen. Hintergrund ist der geringere Leistungsdruck und der Fokus auf die sportliche Entwicklung der Kinder. Alles in allem soll Fußball für die Kleinsten kindergerechter werden. Schiedsrichter sind für die Turniere nicht mehr notwendig. Die Kinder werden dazu aufgefordert die Spielregeln selbstständig umzusetzen. Die Turnierleitung, bestehend aus Trainer/innen und Betreuer/innen, greift dann nur noch bei Bedarf ein. Um faire Spielzeiten innerhalb der Mannschaften zu ermöglichen, werden die Spieler/innen zudem nach einem festgelegten Rotationsprinzip gewechselt. Die genauen Spielergebnisse sind im Turnier nicht relevant, das Gewinnerteam darf ins nächste Feld aufsteigen, während die Verlier/innen absteigen. Die Frustration als Verlierer dazustehen ist durch die Vielzahl an Spielen, und damit Möglichkeiten wieder aufzusteigen, weniger gegeben.

Die detaillierten Regeln bzw. Empfehlungen der neuen Spielform sind dabei an die Altersklassen geknüpft:

G-Jugend (U6/U7):

  • 2-gegen-2 oder 3-gegen-3
  • Spielfeldgröße: 16 x 20 m bis 28 x 22 m
  • Torgröße: max. 2,0 m x 1,2 m
    (4 Minitore)
  • maximal 2 Einwechselspieler/innen pro Team
  • 4 Minitore (jede Mannschaft verteidigt 2 Tore) ohne Torhüter
  • Tore dürfen erst ab der Mittellinie (2-gegen-2) oder in der Sechs-Meter-Schusszone (3-gegen-3) erzielt werden
  • Spielerwechsel beider Mannschaften nach jedem Tor
  • Ausball per Einschießen oder Eindribbeln
  • Spielzeitempfehlung: 7 Durchgänge à maximal 10 min

F-Jugend (U8/U9):

  • 3-gegen-3 (klare Empfehlung), alternativ 5-gegen-5
Bei 3-gegen-3:
  • Spielfeldgröße: 26-28 x 20-22 m
  • Torgröße: max. 2,0 m x 1,2 m
    (4 Minitore)
  • Spielregeln vgl. G-Jugend
Bei 5-gegen-5:
  • Spielfeldgröße: 40 x 22-25 m
  • Torgröße: max. 2,0 m x 1,2 m
    (4 Minitore) / KF-Tore höhenreduziert (1,65 m)
  • entweder auf vier Mini-Tore (ohne Torwart, fünf Feldspieler/innen) oder auf zwei Kleinfeldtore (vier Feldspieler/innen plus Torwart)
  • Ausball per Einschießen oder Eindribbeln
  • Spielzeitempfehlung: 7 Durchgänge à maximal 12 min

E-Jugend (U10/U11):

  • 5-gegen-5 oder 7-gegen-7
Bei 5-gegen-5:
  • Spielregeln vgl. F-Jugend
  • Torgröße: max. 2,0 m x 1,2 m
    (4 Minitore) / KF-Tore
Bei 7-gegen-7:
  • Spielfeldgröße: 55 x 35 m
  • Torgröße: KF-Tore
  • 2 Kleinfeldtore, also mit 6 Feldspielern/innen und 1 Torwart pro Team
  • Empfehlung: 4 Mannschaften
  • Spielzeitempfehlung: jeweils 2 x 12 min, bei nur 2 anwesenden Mannschaften 4 x 15 min
  • Ausball wird mit Einwurf fortgesetzt
  • Optional: Nebenspielfelder für Einwechselspieler/innen 2-gegen-2 oder 3-gegen-3

Welche Ziele werden mit den neuen Spielformen im Kinderfußball verfolgt?

Kritiker bemängeln, dass die neuen Spielformen kaum mehr etwas mit gewöhnlichen Fußball zu tun hat. Jedoch muss beim Kinderfußball die Freude am Sport und das faire Spiel im Vordergrund stehen. Mit den neuen Spielformen, gemäß dem Motto „Spiel, Spaß & Tore“, ergeben sich folgende Vorteile:

  • Spielspaß statt Frustration: Durch das Auf- und Abstieg-Prinzip zwischen den Feldern ist stetig der Anreiz aufzusteigen gegeben, dadurch sind die Kinder bei Niederlagen weniger stark frustriert und der Spielspaß überwiegt. Ebenso sind durch den Wechselmodus extreme Spielergebnisse unwahrscheinlicher, da nach und nach Teams mit ähnlichem Leistungsniveau aufeinandertreffen. Durch den Verzicht auf Tabellen wird ebenso der Erfolgsdruck genommen, was Kinder langfristig vom Fußball im Verein abhalten kann.
  • Chancengleichheit: Jedes Kind bekommt die Chance an den Spielen des Turniers aktiv teilzunehmen. Zum einen sind durch die kleineren Teams sowie die bis zu vier Minitore auf dem Spielfeld Ballkontakte jedes einzelnen sehr viel wahrscheinlicher. Insbesondere leistungsschwächere oder körperlich unterlegene Kinder haben so gleichermaßen die Chance auf Erfolgserlebnisse. Zum anderen kann ein Verein durch Miniteams und das Rotationsprinzip mit beliebig vielen Spielern antreten. Keiner muss dauerhaft auf der Ersatzbank oder gar zu Hause bleiben.
  • Kindergerecht fördern: Durch den Wegfall des Schiedsrichters werden die Kinder dazu angehalten eigene Lösungen zu finden, was die Selbständigkeit fördert. Der zu frühe Fokus auf die Taktik entfällt, stattdessen werden Grundtechniken viel intensiver angewandt. Die Kinder kommen durch häufigere Ballkontakte eher zum Dribbeln und es wird intensiver verteidigt. Auch die Situation von Sieg und Niederlage kommt bei Turniertagen häufig vor, Kinder lernen damit umzugehen, was nicht unerheblich in der Entwicklung ist.
Kinder beim Fußballspiel
Quelle: pixabay

Was muss ich als Verein bzw. Trainer/in beachten?

Sicher ist die neue Spielform im Kinderfußball mit Hürden für Vereine verbunden, über die sich der DFB bewusst ist. Die Durchführung von Turniertagen ist mit einem höheren Organisationsaufwand verbunden. Minitore müssen in ausreichender Stückzahl vorhanden sein und Betreuer/innen müssen vermehrt zur Verfügung stehen. Generell handelt es sich jedoch noch um eine Pilotphase, d. h. die bisherigen Spielformen im Kindefußball dürfen auch in der Saison 20/21 noch praktiziert werden. Vereine werden allerdings dazu angehalten sich anzuschließen, denn letztlich zeigt sich nur in der Praxis, ob sich das Konzept bei den Kindern bewährt. Testweise kann die Umsetzung beispielsweise auch erst in einer Altersklasse erfolgen. Der DFB will die Trainer/innen und Betreuer/innen bestmöglich bei der Umstrukturierung unterstützen. Dazu wurde etwa die Teammanagement-App „TeamPunkt“ um das Modul „Kinderfußball“ erweitert, das die Organisation und Suche von Turnieren (hier Festivals) erleichtert.

Bei den Minitoren ist die Maximalgröße zu beachten die der DFB angibt. Neben robusten Modellen aus Aluminium oder Stahlrahmen, die fest verankert oder mobil sein können, gibt es ebenso flexible Minitore aus Kunststoff, die sich durch Zusammenklappen oder Aufpumpen platzsparend transportieren lassen. Auch können sich die Vereine gegenseitig unterstützen, indem Vereine Tore am Turniertag mitbringen.

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Neben Minitoren sollten ebenso ausreichen Markierungskegel oder Floormarker vorhanden sein, die die Spielfeldmarkierung kennzeichnen. Floormarker sind für die Turniere besonders empfehlenswert, da sie flach und rutschfest sind und dementsprechend den Kindern nicht im Weg stehen.