Hast Du Dich schon immer mal gefragt was eigentlich Sensomotorik ist und wozu das Training gut ist? In diesem Beitrag erklären wir Dir, wieso jeder, egal ob Jung oder Alt, ein sensomotorisches Training machen sollte.

Was ist eigentlich Sensomotorik?

Was ist eigentlich Sensomotorik?

Sensomotorik setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen:

  • Sinn: bezieht sich auf die Sinneswahrnehmungen, wie z.B. sehen, hören, schmecken, fühlen und riechen
  • Motorik: bezieht sich auf die gesteuerten Bewegungen des Körpers

Einerseits spielen bei der Sensomotorik die sensorischen Leistungen bezogen auf die Wahrnehmung von Reizen – mittels der menschlichen Sinnesorgane eine wichtige Rolle und zum anderen die Motorik, welche alle Bewegungen des menschlichen Körpers beschreibt. Dies bedeutet, die Sensorik ist die Summe aller wahrgenommenen Reize, welche über unsere Sinne aufgenommen und im Gehirn entsprechend verarbeitet werden. Die Motorik beschreibt grundsätzlich das Zusammenspiel bestimmter Muskeln um eine Bewegung auszuführen. Die Sensomotorik ist somit die Fähigkeit, das Zusammenspiel von Nervensystem und der Muskulatur in Einklang zu bringen, um so die Koordination zu fördern und Bewegungsabläufe zu optimieren.

Unterscheidung der Motorik

Sensomotorisches Training für Jung und Alt

Die Motorik mit Feinmotorik und Grobmotorik Unterschieden werden kann hier zwischen der „Grobmotorik“ und der „Feinmotorik“. Große Bewegungsabläufe wie laufen, springen oder klettern sind grobmotorische Fähigkeiten und benötigen Voraussetzung wie Gleichgewicht oder Koordination, wohingegen Feingefühl und die Fähigkeit der Kraftdosierung von hoher Wichtigkeit der feinmotorischen Bewegung sind. Es gibt Menschen mit ausgeprägter Feinmotorik, welche präzise kleinteilige Handlungen durchführen können, wie z.B. einen Faden durch ein Nadelöhr zu führen. Daher ist es von Grund auf elementar, die Sensorik und Motorik früh zu fördern, um die Voraussetzungen zu schaffen, gewisse Dinge meistern zu können.

Was ist sensomotorisches Training?

Konzept des sensomotorischen Trainings

Die Sensomotorik dient der Bewegungsschulung bzw. Bewegungsförderung und dem Wiederaufbau von gestörten sensomotorischen Funktionen. Diese Bereiche sind wesentliche Gegenstände in der Ergo- und Physiotherapie. Bei Defiziten und Störungen der sensomotorischen Funktionen kann es zu erheblichen Wahrnehmungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen kommen. Das sensomotorische Training ist am effektivsten, wenn nicht nur ein Wahrnehmungssystem beteiligt ist, sondern mehrere gleichzeitig. Zudem sollte das Kind Interesse und Spaß dabei haben, damit die Informationsverarbeitung einwandfrei funktioniert. Diese Faktoren begünstigen einen positiven Behandlungsverlauf.

Sensomotorisches Training: Integrationstherapie

Die Störungen kann man unter anderem mit der sensorischen Integrationstherapie behandeln. Die sensorische Integrationstherapie findet ihre Anwendung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit motorischer Unruhe, Gleichgewichts- oder Tiefensensibilitäts-Empfindlichkeiten. Auch funktionell bedingte Muskeltonusstörungen, die als Folge der vorliegenden Wahrnehmungsdefizite anzusehen sind, werden mit der sensorischen Integrationstherapie behandelt. Die in der Therapie angewandten Maßnahmen fördern die sog. sensorische Integration der Sinneswahrnehmung. Hierzu gehören unter anderem z. B. Tastsinn, Berührungssinn und Gleichgewichtssinn. Das Kind erfährt dabei die größtmögliche Unterstützung um die Umsetzung der Wahrnehmungsreize erfolgreich zu verarbeiten. Der Therapeut hilft dem Kind sozusagen die Wahrnehmung aufzunehmen, sie weiter zum Gehirn zu leiten und diese dort möglichst erfolgreich zu ordnen und zu speichern.

Warum ist das sensomotorische Training wichtig?

Ein wichtiger Bestandteil beim sensomotorischen Training sind die Propriozeptoren. Das sind Rezeptoren, die in den Gelenken oder der Muskulatur liegen und dem Gehirn melden, in welcher Stellung sich das Gelenk gerade befindet. Das sensomotorische Training ist aufgrund dieser Eigenschaften wichtig als Verletzungsprophylaxe. Denn Verletzungen geschehen häufig aufgrund des Verlustes von Spannung und einer damit verbundenen Überbelastung einer Struktur (z.B. Kreuzbandriss). Durch gute sensomotorische Fähigkeiten wird die Verletzungswahrscheinlichkeit minimiert und die Stabilität von Gelenken verbessert. Aber auch für die Entwicklung von Kindern, z.B. bei der Ausbildung der Feinmotorik, ist das sensomotorische Training wichtig.

Hilfsmittel für das sensomotorische Training

Personen mit den oben genannten Empfindlichkeiten in der Tiefensensibilität können Produkte helfen, die einen gewissen Druck auf den Körper abgeben. Außerdem darf der Spaß beim sensomotorischen Training natürlich nicht zu kurz kommen, wofür es bestimmte Hilfsmittel gibt.

Kinetic Sand oder Sensorikglibber

Sensomotorisches Training

Die Patienten können mit dem Kinetic Sand kreativ arbeiten, gleichzeitig die haptische und taktile Wahrnehmung fördern und währenddessen zu Ruhe kommen und entspannen. So sind innerhalb einer Behandlung mehrere Wahrnehmungssysteme beteiligt und das Gehirn wird mit reichlich Nahrung versorgt.



Gewichtsdecken oder Gewichtswesten

Sensomotorische Wahrnehmung

Gewichtsdecken oder Gewichtswesten arbeiten mit Druck und stimulieren so die Sensoren auf der Haut die wiederum Reize an das Nervensystem weitergeben. Diese Reize helfen den Kindern ihren eigenen Körper wahrzunehmen, eine eigene Spannung im Körper aufzubauen und anschließend völlig zur Ruhe zu kommen.

Balancekissen-, Igel-, und Pads

Sensomotorik

Diese Hilfsmittel im sensomotorischen Training trainieren die Balancefähigkeit, die Körperwahrnehmung und verbessern Gleichgewichtsprobleme. Es sind vielseitige Übungen möglich, die unterschiedliche Bereiche des Körpers, wie u.a. die Gelenkstabilität oder die Muskelanspannung, ansprechen. Die Balanceelemente sind teilweise auch mit Noppen versehen, welche zusätzlich bei z.B. barfüßigen Übungen auf den Hilfmitteln Reize an die Fußsohle abgeben.

Fließen und Matten

Hilfsmittel für das sensomotorische Training

Fließen und Matten sind weitere Hilfsmittel für das sensomotorische Training. Sie weisen ebenfalls unterschiedliche Oberflächengestaltungen auf und geben somit bei Übungen bzw. Bewegungen auf diesen Elementen verschiedene Reize an u.a. die Balancefähigkeit und die verschiedenen Sinne. Es entstehen neue Sinneserfahrungen im taktilen und visuellen Bereich.