Was ist Unterwasser-Rugby?

Wenn Du jetzt an stählerne „All Blacks“ Spieler mit einem Rugbyball unter Wasser denkst, so liegst Du falsch. Während an Land Muskelpakete die Teams dominieren, siegen unter Wasser die flinksten, schnellsten und ausdauerndsten Spieler. Unterwasser-Rugby (international abgekürzt: UWR) begeistert außerdem Frauen und Männer gleichermaßen und wird häufig in gemischten Teams gespielt.

Unterwasser-Rugby

Unterwasser-Rugby ist eine außergewöhnliche Wassersportart, die als vermutlich einzige Mannschaftssportart weltweit im dreidimensionalen Raum gespielt wird. Denn das Spielfeld befindet sich unter Wasser in einem Schwimmbecken, begrenzt durch die natürlichen Grenzen der Wände, des Bodens und der Wasseroberfläche.

Das Spiel hat seinen Ursprung in den ersten deutschen Tauchsport-Vereinen der 60er und bereits seit 1973 existieren regelmäßige internationale Wettbewerbe. Auch heute noch sind Vereine und Organisationen des Unterwasser-Rugbys nahe am Sport- und Gerätetauchen angesiedelt und auch die internationale Dachorganisation ist der internationale Tauchsportverband CMAS.

Wie wird Unterwasser-Rugby gespielt?

Bei einem offiziellen Match treten zwei Mannschaften mit je sechs Spielern und bis zu sechs Auswechselspielern gegeneinander an. Die Länge einer Partie beträgt 2 x 15 Minuten. Dabei ist das Ziel des Spiels, den Ball so oft wie möglich in den am Boden des Schwimmbeckens stehenden gegnerischen Korb zu befördern. Die beiden Metallkörbe sind analog zu einem Basketballfeld je am Ende des Spielfeldes platziert und stehen direkt an der Beckenwand. Ein Tor zählt, sobald sich der Ball vollständig unterhalb des Korbrandes befindet.

Unterwasser-Rugby

Die Fortbewegung der Spieler erfolgt durch Flossenschläge, wodurch die Sportart eine hohe Dynamik und Spielgeschwindigkeit erlangt. Der Ball wird mit den Händen gehalten, gepasst wird durch ein Drücken wie beim Kugelstoßen. In der Regel hält der ballbesitzende Spieler den Ball mit einer Hand, während er die andere gegen seine Angreifer einsetzt.

Als Verteidiger darf nur der Spieler in Ballbesitz angegriffen werden, dazu zählt das Festhalten an Beinen und Armen oder das Wegdrücken des Angreifers. Verboten sind jegliche gefährliche Attacken wie Schlagen, Kratzen, Beißen, Würgen oder Attacken auf die Ausrüstung. Zudem ist es untersagt, sich am Korb festzuhalten.

Die Unterwasser-Rugby Ausrüstung

Unterwasser-Rugby

Beim Unterwasser-Rugby werden normale Badehosen bzw. Badeanzüge in den Farben Weiß oder Blau bzw. Schwarz zur Unterscheidung der Teams getragen. Um den Kopf bei diesem körperbetonten Sport zu schützen, trägt jedes Mannschaftsmitglied eine Kappe mit Ohrenschützern. Dazu hat jeder Spieler eine ABC-Ausrüstung, bestehend aus Tauchermaske, Schnorchel und Schwimmflossen.

Der Unterwasser-Rugby Ball

Der Spielball hat ungefähr die Größe eines Handballs, wiegt 3,5 kg und ist rund. Gefüllt ist der Ball mit einer Salzlösung, wodurch er aufgrund der höheren Dichte absinkt (1 – 1,25 m pro Sekunde). Für Jugendliche und Frauen ist der Unterwasser-Rugby Ball etwas kleiner, sodass er mit einer Hand gut geführt werden kann.

Das geeignete Becken

Sowohl Wettkämpfe als auch Trainingspiele werden meistens quer im tiefen Teil oder Sprungbecken eines normalen Hallenbads gespielt. Die offiziellen Maße für ein geeignetes Schwimmbecken sind:

Länge: 12 – 22 Meter
Breite: 8 – 12 Meter
Tiefe: 3,5 – 5 Meter

Unterwasser-Rugby

Anspiel beim Unterwasser-Rugby

Der Ball wird zu Spielbeginn am Boden der Spielfeldmitte abgelegt. Beide Teams befinden sich zum Start auf der Höhe ihres jeweiligen Korbs. Mit Anpfiff des Spiels taucht jedes Team auf den Ball zu und versucht so, in den ersten Besitz des Balls zu gelangen. Für den Anpfiff sowie weitere notwendige Signale wird eine unter Wasser hörbare Hupanlage verwendet.

Fouls und Strafen

Der Spielablauf wird beim Unterwasser-Rugby von 3 Schiedsrichtern überwacht. Einer der Schiedsrichter leitet das Spiel von oberhalb der Wasseroberfläche aus, die beiden anderen sogenannten Unterwasser-Schiedsrichter verfolgen das Spielgeschehen unter Wasser.

Als Foulspiele werden unter anderem folgende Aktionen gewertet:

  • Unsportlichkeit
  • Wechselfehler
  • Halten des Gegners ohne Ball
  • Hartes Spiel
  • Festhalten an Korb oder Beckenrand
  • Führen des Balls über Wasser

Je nach Schwere der Vergehen werden diese mit Freiwurf, Zeitstrafe, Strafwurf oder Matchstrafe geahndet. Strafwurf bedeutet im Unterwasser-Rugby, ähnlich wie ein Penalty im Eishockey, dass ein angreifender Spieler gegen einen torverteidigenden Spieler 45 Sekunden lang versuchen darf ein Tor zu erzielen. Die Matchstrafe funktioniert ähnlich wie eine rote Karte im Fußball. Der Spieler darf an diesem und am nächsten Spiel nicht teilnehmen. Je nach Härte des Vergehens kann jedoch nach Ablauf einer Zeitstrafe die Position von einem anderen Spieler übernommen werden. Es entsteht also in manchen Fällen nur für eine gewisse Zeit eine Unterzahl.

Unterwasser-Rugby

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