Kinderspielplätze sind oftmals der Lieblingsort von Kindern. Dort wird gespielt, gerannt, geklettert, gelacht, geweint und teilweise geht es ziemlich turbulent zu. Im Eifer des Gefechts kann es schnell zu Stürzen kommen. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und der passende Fallschutz können dabei schlimmere Verletzungen verhindern und entlasten den Schutzengel eines Kindes. Doch wie sieht ein vorschriftsmäßiger Fallschutz bei Spielplätzen überhaupt aus?

Fallschutz Spielplatz

Unfallgefahren auf einem Spielplatz

Damit den Kindern beim ausgelassenen Toben und Spielen nichts passiert, müssen folgende Unfallgefahren auf einem Spielplatz ausgeschlossen bzw. verhindert werden:

  • Berührung mit scharfen Kanten und Oberflächen
  • Einklemmen von Gliedmaßen oder Kleidung an bzw. zwischen festen und beweglichen Teilen
  • Stürze aus der Höhe

Spielplatzprüfung & DIN Norm

Fallschutz Schaukel

Um u. a. die genannten Gefahren schon vor der Nutzung eines Spielplatzes ausschließen zu können, sind Betreiber von Spielplätzen gesetzlich zu einer regelmäßigen Spielplatzkontrolle verpflichtet. Die Prüfung des Spielplatzes muss nach der Norm DIN EN 1176 erfolgen. Diese muss in einer jährlichen Hauptinspektion durch einen sachverständigen Spielplatzprüfer durchgeführt werden. Die Spielplatzprüfung bzw. die Inspektion beinhaltet nicht nur die Kontrolle der allgemeinen Sauberkeit, sondern auch die Wartung und Pflege der Böden, Bepflanzungen und der Spielplatzgeräte. Die DIN EN 1176 umfasst sämtliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Spielplätzen. Die in der DIN Norm enthaltenen Angaben sind keine Empfehlungen, sondern ausdrückliche Regelungen, an die sich Betreiber von Spielplätzen halten müssen. Seit Sommer 2009 ist die aktuelle Fassung der DIN EN 1176 gültig, die DIN EN 1176:2008. Alle Spielplatzgeräte, die sich auf öffentlich zugänglichen Spielplätzen befinden, müssen den in der DIN EN 1176:2008 Norm enthaltenen Anforderungen entsprechen. Ergänzend zur DIN EN 1176 befasst sich die Norm DIN EN 1177:2008 explizit mit der Beschaffenheit von Spielplatzböden sowie mit den Fallhöhe bzw. dem Fallschutz. Im Detail schreibt die DIN Norm EN 1176:2008 u. a. die folgenden Punkte vor:

  • Bis 60 cm Fallhöhe sind prinzipiell alle Böden erlaubt
  • Stoßdämpfende Bodenbeläge sind ab einer freien Fallhöhe von 60 cm über die gesamte Aufprallfläche vorgeschrieben
  • Bis zu einer Fallhöhe von 1 m reicht ein Oberboden (Naturboden) aus
  • Bei sogenannten „erzwungenen Bewegungen“, etwa bei Schaukeln, Rutschen und Wippen, ist ein stoßdämpfender Untergrund immer vorgeschrieben

HIC-Wert

Die Stoßdämpfung wird über die HIC-Methode nachgewiesen, HIC steht für „Head Injury Criterion“. Es ist eine international verwendete Kenngröße für den Schweregrad von Kopfverletzungen bei stoßdämpfenden Bodenmaterialien. Bei Spielplätzen sollten nur Materialien für den Fallschutz mit einem HIC-Wert von 1000 als Obergrenze eingesetzt werden. Die Obergrenze stellt sicher, dass bei Stürzen keine Kopfverletzungen mit dauerhaften Schäden zu erwarten sind. Grundsätzlich gilt zu beachten, dass der HIC-Wert möglichst gering ausfällt, denn umso besser ist somit die Stoßdämpfung zu bewerten.

Abseits der Stoßdämpfung ist ab einer Fallhöhe von 3 m eine nicht überkletterbare Absturzsicherung erforderlich und gesetzlich vorgeschrieben.

Fallschutzböden für Spielplätze

Die Auswahl an Fallschutzböden ist groß und oftmals spielen dabei die Kosten der verschiedenen Fallschutzböden bzw. des Fallschutzbelags eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich lässt sich Fallschutz anhand von zwei Materialarten unterscheiden: natürliche oder künstliche Materialien.

Natürliche Materialien, meist Schüttgut (Sand, Kies oder Holzhackschnitzel)

Schüttgut, wie beispielsweise Sand oder Kies, sind besonders für intensiv genutzte Bereiche, wie beispielsweise der Auslauf einer Rutsche oder unter einer Wippe, gut geeignet. Das Schüttgut muss in kurzen zeitlichen Abständen aufgelockert, gesiebt und nachgefüllt werden. Zudem muss man das Materialien regelmäßig auf Verunreinigungen, wie Hundekot oder weggeworfenen Müll, untersuchen. Sämtliches Schüttgut ist somit mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden. Zudem verwittert Schüttgut relativ schnell und verliert bei Feuchtigkeit seine stoßdämpfende Wirkung. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Schüttgut mit einem geringen Anschaffungspreis, aber hohen wiederkehrenden Material- und Personalkosten verbunden ist. Dies sollte bei der Kaufentscheidung beachtet werden.

Schüttgut Fallschutz Spielplatz

Künstliche Materialen, meist Kunststoffbeläge und -matten

Bereiche von Spielplätzen können auch mit fugenlosen Kunststoffbelägen wie Granulat oder Gummimatten ausgestattet werden. Diese stellen eine besonders hygienische Alternative dar, da sie witterungs- und verrottungsbeständig sind. Zudem müssen in regelmäßigen Abständen nur die Oberflächen gereinigt werden und ihre stoßdämpfende Wirkung reduziert sich nicht durch Feuchtigkeit. Zudem sind Matten oder Platten wasserdurchlässig, wodurch nach Regen oder bei Tauwetter Wasser schnell ablaufen kann. Jedoch muss man anmerken, dass auch Kunststoffflächen eine begrenzte Lebensdauer haben. Außerdem können nur Experten erkennen, ob die Beläge noch ihre vollständige Dämpfung besitzen. Dagegen ist verrotteter Rindenmulch oder verdichteter Sand auch für Laien relativ leicht erkennbar.

Auf einem ebenen und tragfähigen Untergrund können Fallschutzplatten bzw. Fallschutzmatten aus Kunststoff leicht verlegt werden. Diese besitzen meistens eine einheitliche Größe von 50 x 50 cm oder 50 x 100 cm. Besonders bei Fallschutzmatten mit einer geringen Stärke (kleiner als 30 mm) ist eine gute Vorbereitung und Einebnung des Untergrunds wichtig. Zudem muss beachtet werden, dass die Fläche (worauf die Matten verlegt werden sollen) seitlich begrenzt ist, damit die verlegten Fallschutzmatten später nicht verrutschen können. Auf einem festen Untergrund, beispielsweise wie Asphalt oder Beton, ist keine zusätzliche Tragschicht erforderlich. Hier werden die Fallschutzmatten entweder vollflächig oder seitlich miteinander verklebt. Die Verklebung sollte berücksichtigt werden, sonst können sich die Fallschutzmatten bei Kälte zusammenziehen oder bei Hitze ausdehnen. Dies lässt dann offene Fugen und damit verbundene Stolperfallen entstehen, was wiederrum zu teuren Wartungs- und Pflegearbeiten führt.

Zusammenfassend lassen sich die Vorteile der hohen Hygiene, der geringen Unterhaltskosten und die hohe Lebensdauer nennen. Jedoch sind diese Flächen in der Anschaffung teurer als Schüttgut und im gestalterischen Zusammenhang nicht immer die richtige Wahl. Beispielsweise passen zu einem Waldspielplatz eher Naturmaterialien als Fallschutz.

Fallschutzmatten für Spielplätze

Die Wahl des passenden Fallschutzes

Grundsätzlich muss auf jedem Spielplatz für ausreichend Fallschutz gesorgt und jedes Spielplatzgerät vorschriftsmäßig abgesichert sein. Welche Materialien für den Fallschutz schlussendlich verwendet werden, hängt sowohl von den örtlichen Gegebenheiten, dem Budget, als auch von den individuellen Wünschen ab. Daher empfehlen wir Dir für eine optimale Ausstattung und Absicherung eines Spielplatzes immer eine professionelle Beratung. Natürlich stehen Dir auch unsere staatlich geprüften Spielplatzprüfer mit Rat & Tat zur Seite – bei Interesse freuen wir uns über Deine Kontaktaufnahme!