Cheerleading (von englisch cheer „Beifall“ und to lead „anführen“, also sinngemäß „den Beifall anführen“) ist ein vielseitiger Mannschaftssport, der Elemente aus Akrobatik, Bodenturnen, Tanz und Anfeuerungsrufen verbindet. Ursprünglich entstand Cheerleading zur Unterstützung am Spielfeldrand anderer Sportarten, wie beispielsweise dem American Football und dem Basketball, wobei Cheerleader für die Animation des bei Spieltagen anwesenden Publikums zuständig waren.
Heute hat sich Cheerleading längst zu einer eigenständigen Wettkampfdisziplin entwickelt. Auf zahlreichen Meisterschaften auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene präsentieren die Teams ein zwei- bis dreiminütiges Programm, genannt Routine, welches aus unterschiedlichen Elementen besteht und nach Schwierigkeitsgrad, Ausführung, Synchronität und Ausdruck bewertet wird. Mittlerweile stehen deshalb vor allem sportliche Leistung, Präzision, Teamarbeit und damit meist der Fokus auf Meisterschaften im Mittelpunkt des Cheersports, wobei jedoch die traditionelle Unterstützungsfunktion an der Sideline anderer Sportarten auch weiterhin Teil der Sportkultur ist.

Ursprung und Entwicklung des Cheerleadings
Cheerleading entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. 1898 wurden bei einem Footballspiel erstmals organisierte Anfeuerungsrufe eingesetzt, woraus sich die Sportart nach und nach entwickelte. Am Anfang war Cheerleading sogar ein reiner Männersport, denn Frauen kamen erst später hinzu und prägten den Sport zunehmend durch Tanz und Hebefiguren. Daraufhin entwickelte sich Cheerleading in den folgenden Jahrzehnten stetig weiter. Passende Musik, aufwändige Choreografien und weitere akrobatische Elemente hielten Einzug. Besonders in den 1970er-Jahren wurde die Sportart deutlich athletischer, indem Stunts, Pyramiden und spektakuläre Würfe, die Basket Tosses, in die Routines integriert wurden. Nach und nach differenzierte sich der Cheersport in das tänzerisch geprägte Cheerdance/Performance Cheer und das auf Akrobatik ausgerichtete Cheerleading aus.
Cheerleading in Deutschland
Durch die steigende Popularität des American Football verbreitete sich Cheerleading ab den 1980er-Jahren zunehmend auch in Deutschland. Die erste Deutsche Meisterschaft fand 1988 beim German Bowl in Berlin statt. In den 1990er-Jahren entstanden feste Regelwerke und neue Disziplinen wie das Cheerdance. Mit der Gründung zweier Cheersport-Verbände wurde in Deutschland eine eigenständige Organisationsstruktur geschaffen, die die Weiterentwicklung und Verbreitung der Sportart und den Ausbau des Wettkampfbetriebs maßgeblich unterstützte.
Meilensteine in Deutschland
- 1988: Erste Deutsche Meisterschaft beim German Bowl X in Berlin
- 1991: Spirit Bowl als erste reine Cheerleading-Veranstaltung in Köln
- 2003: Gründung der Cheerleadervereinigung Deutschland (CVD) unter dem AFVD
- 2007: Gründung des Cheerleading und Cheerperformance Verband Deutschland (CCVD)
- Seit 2017: Mitgliedschaft im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)
Die Cheerleading-Community in Deutschland wächst kontinuierlich weiter. Heute sind über 40.000 Athletinnen und Athleten in Vereinen organisiert und zunehmend entstehen zudem spezialisierte Cheerleading-Gyms. Auch Schulen integrieren den Sport in ihre Bewegungsangebote. Die Mischung aus Athletik, gegenseitigem Vertrauen und Teamgeist spricht besonders Kinder und Jugendliche an, aber auch Erwachsene finden über Freizeit- oder Wettkampfteams den Einstieg.
Ausrichtungen im Cheer-Sport
Cheerleading
Im klassischen Cheerleading stehen akrobatische Hebefiguren, genannt Stunts, Tumbling, Sprünge und Tanzeinlagen im Mittelpunkt. Teams präsentieren auf Meisterschaften ihre Routines, welche dann nach festgelegten Kategorien von einer Jury bewertet werden. Die Teams werden zwischen rein weiblichen Allgirl-Teams und gemischen Coed-Teams unterschieden. Zudem gibt es je nach Altersklasse und Schwierigkeitslevel weitere Unterscheidungen. Der Fokus liegt auf der sportlichen Leistung und dem Vergleich mit anderen Teams. Nicht wenige Cheerleadingteams in Deutschland supporten neben den Meisterschaftsaktivitäten auch andere Sportarten am Spielfeldrand.
Cheerdance/Performance Cheer
Das Cheerdance oder Performance Cheer orientiert sich vermehrt an den Ursprüngen der Sportart. Hier liegt der Fokus stärker auf Tanz und Choreografie. Häufig wird diese Disziplin des Cheersports als Show-Einlage an der Sideline oder in der Halbzeit anderer Sportarten betrieben. Jedoch wird auch diese Disziplin auf Meisterschaften präsentiert und wird hier in verschiedenen Kategorien, je nach Tanzstil, bewertet.

Typische Elemente einer Cheerleading-Routine
Eine Routine besteht aus verschiedenen Bausteinen, die zu einer dynamischen, kreativen Choreografie kombiniert werden.
- Stunts: akrobatische Hebefiguren bestehend aus Bases, Backspot und Flyer
- Tumbling: Bodenturnelemente wie Flickflack oder Salto
- Pyramiden: Mehrere Stunts als Gesamtbild kombiniert
- Basket Toss: Wurfelemente, bei denen der Flyer in der Luft bspw. einen Salto zieht
- Jumps: Sprungtechniken wie Toe Touch oder Pike
- Dance & Motions: Tanzeinlagen und genormte Arm- und Beinbewegungen
- Cheer: Anfeuerungsruf zur Publikumsanimation mit passenden Motions (Bewegungen)
Diese Elemente werden auf ein Musik-Medley dargeboten und möglichst synchron, präzise und energiegeladen ausgeführt. Dabei erfordert Cheerleading eine Kombination aus Kraft, Beweglichkeit und Vertrauen im Team. Jede Position erfüllt eine eigene Aufgabe. Bases tragen den Flyer, der Elemente in der Höhe ausführt, wobei er vom Backspot stabilisiert wird. Die sogenannten Spotter sorgen dabei für Sicherheit, indem sie den Flyer im Notfall absichern, während Tumbler Turnelemente am Boden zeigen.
Drei Cheerleading Funfacts
- Der Cheerleading und Cheerdance Verband Deutschland (CCVD) gehört zu den am schnellsten wachsenden Sportverbänden in Deutschland.
- Die Pantherettes der Düsseldorf Panthers (1980) gelten als erstes deutsches Cheer-Team.
- Der aktuelle Weltrekord eines geworfenen Basket Toss wird von den Dolphins des Sportclub Krefeld 05 mit einer Höhe von 5,70 m gehalten.