Hula-Hoop-Reifen erwecken beim ein oder anderen sicher so manch Kindheitserinnerungen. Als Sportart geriet Hula-Hoop viele Jahre lang in Vergessenheit. Umso besser, dass 2020 der Trend zurückkehrte und inzwischen ein richtiger Boom um den unscheinbaren Reifen aufkommt: Denn das Training mit dem Reifen macht extrem viel Spaß und ist super effektiv! Somit haben Kinder wie auch Erwachsene gleichermaßen was vom Sportgerät. Erfahre nachfolgend alles, was Du zu Hula-Hoop bzw. auch Gymnastikreifen wissen musst.

Hula-Hoop früher & heute

Die Erfinder des Hula-Hoop waren die beiden Kalifornier Richard Knerr und Arthur Melin. Da die kreisenden Bewegungen im Bereich der Hüften beim Schwingen des Reifens an einen hawaiianischen Tanz (= hula) erinnern, benannten die Kalifornier ihren Reifen (engl. = hoop) danach. 1948 war der biegsame Reifen aus Kunststoff erstmals marktreif. Der Hula-Hoop fand schnell erstaunlich großen Anklang. Ärgerlicherweise meldeten die Erfinder jedoch nicht rechtzeitig das Patent an, so wurden die Reifen in kürzester Zeit in riesigen Stückzahlen von überallher produziert.

Warum Hula-Hoop gerade 2020 sein Comeback im Fitnessbereich feierte? Sicherlich hat die Coronasituation dazu beigetragen, denn wenn der Vereinssport und das Training im Fitnessstudio nicht mehr möglich sind, ist der Reifen eine tolle Möglichkeit auch Zuhause in Bewegung zu bleiben. Während außerdem immer mehr Fitnessgeräte vergriffen waren, konnten Hula-Hoop-Reifen in der Regel weiter geliefert werden. Außerdem lassen sie sich leicht hinter oder auf einem Schrank verstauen und sind dementsprechend platzsparend in jeder Wohnung unterzubringen.

Die Modelle im Überblick

Für das Training mit dem Reifen kann ein spezieller Hula-Hoop eingesetzt werden, aber auch ein herkömmlicher Gymnastikreifen. Klassischerweise hat der Gymnastikreifen Kanten, während der Hula-Hoop durchweg abgerundet ist. Fitnessreifen dagegen unterscheiden sich durch den i. d. R. kleineren Durchmesser. Daher sind Fitnessreifen gut für Tricks geeignet, beispielweise wenn der Reifen um die Arme geschwungen werden soll. Während Hula-Hoops zumeist aus robustem Kunststoff hergestellt werden, gibt es Gymnastikreifen neben Kunststoff auch aus Holz. Der Vorteil von Kunststoffreifen ist die Wetterbeständigkeit und die unkomplizierte Reinigung. Speziell FIG zertifizierte Gymnastikreifen sind für Wettkämpfe zugelassen. Praktischerweise handelt es sich beim Hula-Hoop bzw. Gymnastikreifen um ein Sportgerät, das günstig in der Anschaffung ist und im Gegensatz zu manch anderen Fitnessgeräten kaum Platz einnimmt.

Welche Größe und welches Gewicht soll mein Reifen haben?

Der richtige Reifendurchmesser für jede Körpergröße lässt sich einfach ermitteln. Es gilt die Faustformel: Der Reifen sollte der Länge zwischen Boden und Bauchnabel entsprechen. Im Zweifel den größeren Durchmesser wählen, dies macht es einfacher, den Reifen oben zu halten. Auch ein höheres Gewicht des Reifens erleichtert das Schwingen, denn dann wirken stärkere Fliehkräfte. Dementsprechend gilt für Anfänger einen tendenziell größeren und schwereren Reifen zu wählen.

Was bewirkt ein Training mit dem Hula-Hoop?

Beim Schwingen des Reifens wird die gesamte Rumpfmuskulatur beansprucht – auch die so wichtige Tiefenmuskulatur. Ebenso wird das Herz-Kreislauf-System trainiert. Wird regelmäßig mit dem Reifen geübt, steigert sich die Ausdauer merklich. Dem Training mit dem Hula-Hoop wird zudem nachgesagt, dass es sich sehr gut zum Abnehmen eignet. Vorsicht mit dem Reifen-Training ist jedoch bei Problemen an der Wirbelsäule geboten. Wer beispielsweise schon einmal einen Bandscheibenvorfall hatte, sollte besser darauf verzichten.

Welche Übungen lassen sich mit dem Hula-Hoop durchführen?

Zunächst solltest Du routiniert den Reifen um Deine Hüften kreisen lassen können. Stelle Dich dazu hüft- bis schulterbreit auf. Alternativ kann auch eine Schrittstellung eingenommen werden. Halte den Reifen mit beiden Händen waagerecht in der Taille und gibt ihm den ersten Schwung mit. Nehme deine Arme nach oben und beginne direkt die Hüfte vor- und zurückzubewegen. Irrtümlicherweise muss die Hüfte dabei nicht kreisen, dies führt eher dazu, dass der Reifen schnell herunterrutscht. Das Körpergewicht wird zu den Bewegungen mitverlagert, der Rücken bleibt jedoch gerade und wichtig ist, die Körperspannung zu halten. Die Schwingrichtung ist übrigens irrelevant, meist ergibt sie sich von selbst. Wechsle die Richtung aber bestenfalls, um eine ausgeglichene Belastung zu erzielen. Solltest Du feststellen, dass der Reifen immer weiter nach unten rutscht, kannst Du leicht in die Knie gehen. Dies bewirkt, dass der Hula-Hoop wieder nach oben wandert.

Hola Hoop lernen
Quelle: pexels

Beherrschst Du mal die Basics, kannst Du den Schwierigkeitsgrad folgendermaßen erhöhen:

  • Variiere mit der Geschwindigkeit Deiner Hüftbewegung
  • Mache einzelne Schritte nach vorn/hinten und rechts/links mit dem schwingenden Reifen
  • Versuche langsam vorwärtszugehen, während Du den Reifen oben hältst
  • Drehe dich in dieselbe Richtung, wie es auch Dein Reifen tut
  • Versuche den Reifen auf Höhe des Gesäßes zu halten

Kommt es Dir anfangs so vor, als wäre es als Kind noch einfacher gewesen, den Reifen oben zu halten? Keine Sorge, den richtigen Schwung hast Du schnell wieder heraus! Denn womöglich ist das wie beim Fahrradfahren: Man verlernt es nie komplett.