Legales Doping im Leistungssport

Immer mal wieder erschüttert ein Dopingskandal die Sportwelt. Im März 2016 hieß der Tatort England und es waren über 150 Sportprofis involviert. Ein Team der Sunday Times und der ARD/WDR-Dopingredaktion sollen mittels Lockvogel den Londoner Arzt M. Bonar zum „plaudern“ gebracht haben. Betroffen waren u.a. Sportler aus der englischen Fußball-Liga Premier League, sowie aus dem Ausland, Cricket-Spieler, Tour-de-France-Teilnehmer, Kampfsportler, Tennisspieler und Boxer. Erst Anfang des Jahres 2016 wurde Tennisspielerin Maria Scharapowa eines positiven Dopingtests überführt. Die immer wiederkehrenden Dopingskandale zeigen, dass der olympische Gedanke und das Messen unter den Besten keinesfalls immer nur sportlich und fair abläuft. Wir von Kübler Sport leben den Sportsgeist und distanzieren uns natürlich von verbotenen Mitteln zur Leistungssteigerung. Kann man einen Leistungsschub erreichen ohne verbotene Mittel einzunehmen, mit sogenanntem legalen Doping?

Zu Beginn: Ja, es gibt legale, erogene Mittel. Aber: Nicht alle sind sinnvoll oder frei von Nebenwirkungen. Es gibt körpereigene Wirkstoffe, wie Kreatin, Protein, l-Carnitin, sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Aminosäuren, wie Koffein und Taurin. Hierbei zielt alles auf die optimale Ernährungsweise und Lebensmittelzufuhr für den Körper und die jeweilige Belastung ab. Je mehr desto besser, ist hier ebenfalls überhaupt kein gutes Argument, weil bei allen Substanzen auch immer Nebenwirkungen auftreten können.

KREATIN:

Der Tagesbedarf bei einer 70 kg schweren Person liegt bei etwa 2-3 Gramm, etwa die Hälfte produziert der Körper über die Leber, Bauchspeicheldrüse und Niere selber, der Rest wird im Normalfall über die Nahrung aufgenommen, vor allem über Fleisch und Fisch. Kreatin kann die Leistung bei kurzen und intensiven Muskelbelastungen verbessern und dient vor allem dem Aufbau von Muskeln. Bei zu hohen Dosen oder einer Dauereinnahme wird gewarnt. Es besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr, zudem können Magen-Darm-Probleme, Nierenfehlfunktionen und Dehydrationszustände auftreten.

Koffein als legales Doping

KOFFEIN:

Regt die Produktion von Noradrenalin an, einem Hormon, das Müdigkeit vertreibt und den Fettstoffwechsel antreibt. Es erhöht die mentale Fitness und schont sozusagen die Energiespeicher in den Muskeln. Aber: Bereits ab 4-5 Tassen Kaffee kann eine dopingrelevante Konzentration erreicht werden, die im Fallen von Spitzensportlern, zu positiven Dopingproben führen würden. Koffein wirkt zudem stark harntreibend, was gerade bei Ausdauersportlern zu hohem Flüssigkeitsverlust führt und eher suboptimal ist.

NEBEN DEN GENANNTEN STOFFEN GIBT ES ABER AUCH WEITERE THERAPIEN UND METHODEN, UM KÖRPER UND GEIST ZU STÄHLERN:

HYPOXIE-TRAINING/KAMMER:

Hypoxie ist ein Zustand, bei dem ein verringertes Sauerstoffangebot in den Körperzellen besteht. Der Körper reagiert auf diesen Zustand und fängt nach einigen Wochen an, mehr rote Blutkörperchen zu produzieren. Mehr rote Blutkörperchen können auch mehr Sauerstoff im Blut transportieren. Diesen Effekt bekommt man, wenn man in großen Höhen trainiert oder eben, wenn man sich eine solche Kammer bauen lässt. Man sagt, dass Ex-Radprofi Jan Ulrich eine im Keller hatte und der spanische Fußballspieler Raúl sogar zeitweise in einer geschlafen haben soll. Für Profisportler ist ein Höhentraining mittlerweile ein Muss. Wer aber nicht wirklich mehrere Wochen zehn bis zwölf Stunden pro Tag ein Höhentraining absolviert oder eben mit der Kammer simuliert, der wird kaum Leistungssteigerungen verzeichnen.

KRYOTHERAPIE:

Bei großer Kälte zieht sich die Haut zusammen, damit möglichst wenig Wärme über die Haut nach außen abgegeben wird. Durch die Kälte wird das Blut vom Körper an die Stellen geleitet, die versorgt werden müssen, also die Muskeln. Diesen Effekt macht sich die Kryotherapie zu nutze. Kurz vor einem Training oder Wettkampf geht der Sportler für 2-3 Minuten in eine Ganzkörper-Kältekammer, in der bis zu minus 100 Grad herrschen. Anschließend wird trainiert oder mit dem Wettkampf begonnen. Es konnten Leistungssteigerungen von bis zu 15 % während der ersten 30 Minuten festgestellt werden. Bei gut trainierten bzw. Leistungssportlern ist der Effekt mit unter einem Prozent deutlich geringer. Im Spitzensport reicht das aber manchmal aus, und so setzen bereits namhaften Mannschaften wie Bayer Leverkusen oder die französische Nationalmannschaft auf Kryo.

Mentales Training als legales Doping

MENTALES TRAINING:

Die Kraft der Psyche wird vor allem im Spitzensport häufig und gern genutzt. Vor allem bei Bewegungsabläufen kann die mehrmalige und detaillieren Vorstellung von Abläufen positiv auswirken. Grund dafür sind sogenannte Spiegelneuronen, das sind neurale Verbindungen im Gehirn, die allein schon bei der Vorstellung von Bewegung aktiviert werden. Turner Fabian Hambüchen arbeitet z.B. viel mit mentalem Training.

Es gibt viele legale Mittel und Methoden um sich selbst auf das nächste Level zu katapultieren. Ein gesunder Ehrgeiz spielt hier sicher mit eine treibende Rolle. Wer aber zu schnell, zu viel will, der läuft Gefahr, dass er vom Ehrgeiz aufgefressen wird und schnell in ein falsches, ungesundes Trainingslevel rutscht. Wir raten daher ganz klar von illegalen „Mittelchen“ ab. Auch die legalen Mittel sollten mit viel Vorsicht genossen und in den Alltag eingebaut werden. Bitte im Zweifel immer vorher mit seinem Arzt die Methoden, Mittel und Therapien vorher absprechen. Fortschreitend von Wissenschaft und Technik verhelfen zu immer neueren Methoden und (legalen) Tricks. Aber mal ganz ehrlich, was gibt es besseres als ganz ohne unterstützenden Mittel ans Limit zu gehen und den eigenen Schweinehund zu überwinden? Wer sein Geld nicht mit Leistungssport verdient, der sollte sowie lieber gesundheitliche Aspekte als höchstes Trainingsziel ausgeben. Eine gute Mischung aus Sport und der richtigen Ernährung sorgt dafür, dass es uns gut geht und wir uns gut fühlen und ist viel mehr wert als den größten Bizeps zu haben.

Und wer auch so denkt, der soll sich doch mal bei unseren Sportgeräten umschauen, hier ist für jeden das richtige dabei, egal ob Krafttraining oder Ausdauertraining.

 

Quellen:

trainingsworld.com – Erogene Substanzen: Vom Sinn und Unsinn kleiner „Leistungssteigerer“ im Sport
menshealth.de – Legale Aufputschmittel: Das Doping-ABC
spiegel.de – Spezialtrainings im Test: Dopen mal legal