Unterwasserrugby: Ballsport trifft Tauchsport

Kübler Sport Redaktion |

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Unterwasserrugby ist eine außergewöhnliche Wassersportart, die als vermutlich einzige Mannschaftssportart weltweit im dreidimensionalen Raum ausgetragen wird. Das Spielfeld befindet sich unter Wasser in einem Schwimmbecken, begrenzt durch die natürlichen Grenzen der Wände, des Bodens und der Wasseroberfläche.

Unterwasserrugby
Rugby Unterwasser | Ardan Fuessmann – stock.adobe.com

Herkunft und Entwicklung

Die Sportart hat ihren Ursprung in den ersten deutschen Tauchsportvereinen der 1960er Jahre, und seit 1973 finden regelmäßig internationale Wettbewerbe statt. Auch heute sind Vereine und Organisationen des Unterwasserrugbys eng mit dem Sport- und Gerätetauchen verbunden, während die internationale Dachorganisation der internationale Tauchsportverband CMAS ist.

Wie wird Unterwasserrugby gespielt?

Spielablauf

Ein offizielles Match wird von zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern und bis zu sechs Auswechselspielern bestritten. Eine Partie dauert 2 x 15 Minuten. Ziel ist es, den Ball in den gegnerischen Korb zu befördern, der am Boden des Schwimmbeckens steht. Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball vollständig unterhalb des Korbrandes ist.

Anspiel

Zu Beginn des Spiels wird der Ball am Boden der Spielfeldmitte abgelegt. Beide Teams starten auf der Höhe ihres jeweiligen Korbs. Mit dem Anpfiff tauchen die Spieler auf den Ball zu, um den ersten Ballbesitz zu erlangen. Eine unter Wasser hörbare Hupanlage signalisiert den Anpfiff sowie andere notwendige Signale.

Fortbewegung und Ballübergabe

Die Spieler bewegen sich durch Flossenschläge, wodurch eine hohe Dynamik entsteht. Der Ball wird mit einer Hand gehalten und durch Drücken, ähnlich wie beim Kugelstoßen, gepasst. Dabei wird der Ballbesitzende mit einer Hand gehalten, während die andere Hand gegen die Angreifer eingesetzt wird.

Fouls und Strafen

Verteidiger dürfen nur den Spieler in Ballbesitz angreifen, während gefährliche Attacken wie Schlagen oder Würgen untersagt sind. Der Spielablauf wird von drei Schiedsrichtern überwacht, darunter ein Oberflächen- und zwei Unterwasser-Schiedsrichter.

Foulspiele werden wie folgt gewertet:

  • Unsportliches Verhalten
  • Wechselfehler
  • Halten des Gegners ohne Ball
  • Hartes Spiel
  • Festhalten am Korb oder Beckenrand
  • Führen des Balls über Wasser

Je nach Schwere des Vergehens kann es zu Freiwürfen, Zeitstrafen oder Strafwürfen kommen. Eine Matchstrafe ist vergleichbar mit einer roten Karte im Fußball.

Unterwasserrugby-Ausrüstung

Spielbekleidung
Die Spieler tragen Badebekleidung in Weiß, Blau oder Schwarz zur Unterscheidung der Teams. Um den Kopf zu schützen, ist das Tragen einer Kappe mit Ohrenschützern Pflicht. Zudem ist eine ABC-Ausrüstung erforderlich, die aus Tauchermaske, Schnorchel und Schwimmflossen besteht.

Spielball
Der Unterwasserrugbyball hat die Größe eines Handballs, wiegt 3,5 kg und ist mit einer Salzlösung gefüllt, was ihn absinken lässt. Für Jugendliche und Frauen gibt es eine kleinere Version, die mit einer Hand besser geführt werden kann.

Tor (Korb)
Der Metallkorb, in dem die Punkte erzielt werden, hat einen Durchmesser von 0,5 Metern und steht 3,5 bis 5 Meter tief im Wasser. Er ist aus rostfreiem Material und wird am Boden des Schwimmbeckens fixiert.

Schwimmbecken

Für Wettkämpfe und Trainingsspiele eignet sich das tiefe Teil oder Sprungbecken eines Hallenbades. Die offiziellen Maße sind:

  • Länge: 12 – 22 Meter
  • Breite: 8 – 12 Meter
  • Tiefe: 3,5 – 5 Meter

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