Handball in Deutschland heute

Handball Ratgeber

Handball ist nach der Sportart Fußball, die zweitpopulärste Teamsportart in Deutschland. Der Dachverband aller Handballvereine in Deutschland ist der Deutsche Handballbund auch „DHB“, welcher aktuell in etwa 757.000 Mitglieder zählt.

Das Ansehen der Teamsportart Handball steigt in Deutschland stetig an, gerade das schnelle dynamische und auch körperbetonte Spiel fasziniert viele Zuschauer. Durch das Gewinnen der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land konnte der deutsche Handball viele Zuschauer für sich gewinnen. Spätestens durch die jüngsten Erfolge der deutschen Handballnationalmannschaft, wie dem Sieg bei der Europameisterschaft 2016 in Polen und der Bronze Medaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Diese Erfolge spiegeln sich in den Zuschauerzahlen wieder, wodurch seit der Saison 2017/2018 alle Spiele der Handballbundesliga im Pay-TV zu sehen sind.

Geschichte des Handball

Die Grundsteine des Handballs wurden schon in der Antike von den Römern und den Griechen gelegt, welche damals schon Fangspiele in Mannschaften betrieben haben. Daraus entwickelten sich weitere Ballspiele deren Bestandteil das Werfen war. Dennoch dauerte es eine lange Zeit, bis sich daraus ein Spiel mit Regeln und einheitlichen Spielfeldern entwickelte. Das erste Regelwerk entstand 1906 und bezog sich zu dieser Zeit noch auf den damals entstandenen Feldhandball, bei dem Spiele im Freien ausgetragen wurden. Aus dem Feldhandball entwickelte sich der Hallenhandball wie wir es heutzutage kennen. Das erste Länderspiel des Hallenhandballs fand 1936 statt. Olympisch wurde die Sportart allerdings erst 1972. Über diesen Zeitraum hin entwickelte sich ein einheitliches Regelwerk für das Handballspiel und das Spielfeld.

Die wichtigsten Spielregeln im Handball:

Beim Handballspiel ist es dem Spieler erlaubt, mit dem Ball in seinen Händen drei Schritte weit zu laufen, durch das prellen des Balles ermöglicht es dem Spieler weitere Schritte zu laufen ohne einen Schrittfehler zu begehen. Läuft ein Spieler mit dem Ball prellend über das Spielfeld und beendet das Prellen, darf er ab diesem Moment noch drei Schritte laufen bevor er den Ball wirft oder abspielt.

Beim Handball gibt es viele Möglichkeiten und Wurfvarianten den Ball in das Tor zu werfen. Die üblichen Würfe sind beim Handball der Schlagwurf und der Sprungwurf. Wichtig ist dabei zu beachten, dass der Spieler die Torraumlinie (6 Meter Halbkreis) weder übertreten noch berühren darf, die Konsequenz für das Berühren der Linie wäre ein Abwurf für die gegnerische Mannschaft.

Eine ähnliche Regelung gilt auch bei den Spielfeldbegrenzungslinien, sobald der ballführende Spieler diese betritt oder berührt, wird auf Einwurf für die gegnerische Mannschaft entschieden. Anders als beim Fußball ist es, wenn der Torwart den Ball über die eigene Torauslinie befördert, beispielsweise beim Abwehren eines Wurfes, gibt es keinen Eckball sondern der Torwart bleibt in Ballbesitz und das Spiel wird mit Abwurf fortgeführt. Einen Eckball würde es dann geben, sobald ein Feldspieler den Ball in das eigene Toraus befördern würde.

Das Spielfeld im Handball

Größe eines Handballfeldes

Nach den aktuellen Standards ist die offizielle Größe eines Handballfelds 40 Meter lang und 20 Meter breit. Das Spielfeld besteht aus zwei Hälften á 20 mal 20 Meter. Jede Spielfeldhälfte verfügt über ein Tor und dessen Torraum, welcher aus einem Halbkreis mit einem Radius von 6 Metern besteht. Dieser Bereich des Spielfeldes wird durch die Torraumlinie markiert. In diesem Torraum ist eine Torwartgrenzlinie, die von der Torauslinie 4 Meter entfernt ist. Der Zweck dieser Markierung ist, dass der Torwart bei einem Strafwurf (7-Meterwurf) diese Linie nach vorne nicht überschreiten darf. Um daran anzuknüpfen verfügt jede Spielfeldhälfte eine 7 Meter Linie. Vor dieser ein Meter langen Linie wird der Strafwurf ausgeführt. Während des Strafwurfes darf der Werfe diese Linie nicht berühren, da der Wurf sonst als Freiwurf für die gegnerische Mannschaft gewertet wird.

Des Weiteren verfügt das Spielfeld über eine (bzw. zwei je Spielfeldhälfte) Freiwurflinie, welche 9 Meter von der Torauslinie entfernt ist. Diese Linie erkennt man daran, dass diese nicht wie die anderen Linien durchgezogen ist, sondern in regelmäßigen Abständen „gestrichelt“ aufgezeichnet ist. Die Freiwurflinie läuft zudem parallel zu der Torraumlinie in einem Halbkreis.

Die beiden Spielfeldhälften werden durch eine Mittellinie voneinander getrennt. An dieser Mittellinie wird das Spiel, zu Beginn so wie nach einem geworfenen Tor, angepfiffen.

Außerhalb des Spielfeldes befinden sich die Auswechselbänke die auf je eine Spielfeldhälfte aufgeteilt sind. Die Auswechselbänke sind von der Mittellinie jeweils 3,50 Meter entfernt (Sprich, es besteht ein Abstand zwischen den Bänken von 7 Metern).

Wie lange geht ein Handballspiel?

Ein Handballspiel dauert 60 min an, es besteht aus zwei Halbzeiten á 30 min und einer Halbzeitpause von 10 min. Diese Spielzeit gilt für alle Mannschaften mit Spielern ab 16 Jahren und älter (Herren/Frauen und A-Jugend).

Für Jugendmannschaften gelten folgende Spielzeiten:

  • 12- 16 Jahren 2 x 25 min; Halbzeitpause 10 min
  • 8 – 12 Jahren 2 x 20 min; Halbzeitpause 10 min

Für den Fall, dass das Ergebnis nach der regulären Spielzeit unentschieden steht und das Ergebnis ausgespielt werden soll, gibt es nach einer fünf Minütigen Pause eine Verlängerung von 2 x 5 min mit einer Pause von einer Minute. Bleibt das Ergebnis nach dieser Spielzeit erneut unentschieden, so wird die Spielzeit nochmals um 2 x 5 min verlängert. Kann keine Mannschaft das Ergebnis in dieser Spielzeit für sich entscheiden, so wird der Gewinner im 7-m-Werfen entschieden.

Entstehen während des Spiels Unterbrechungen, wird beim Handball die Zeit angehalten. Das Spiel wird nach der Unterbrechung, auf Zeichen des Schiedsrichters, bei derselben Spielzeit wie vor der Unterbrechung fortgesetzt. Unterbrechungen können beim Handball zum Beispiel durch Verletzungen, Hinausstellungen, Strafwürfen oder zur Säuberung der Spielfläche entstehen.

Beide Mannschaften haben die Möglichkeit während der Spielzeit drei Auszeiten (Time Out) zu nehmen, allerdings dürfen nur max. zwei Auszeiten je Halbzeit und nur eine Auszeit in den letzten fünf Spielminuten je Mannschaft genommen werden.

Spielpositionen im Handball

Positionen im Handball
Handball Spielpositionen Feld Spielfeld Linien

Beim Handball besteht die Mannschaftsaufstellung aus 7 Spielern auf dem Spielfeld.  Davon sind 6 Feldspieler und 1 Torwart. Es ist üblich, dass die Feldspieler sowohl im Angriff als auch in der Abwehr spielen. Das Wechseln der gesamten Aufstellung in Abwehr und Angriff würde zu lange dauern und den Spielfluss stören. Allerdings ist es dennoch üblich, dass es einen „Abwehrchef“ gibt der meist nur in der Defensive zum Einsatz kommt. In der Defensive gibt es ähnlich wie beim Fußball unterschiedliche Aufstellungen, die üblichen Formationen sind die 6:0 und 5:1 Abwehr. Des Weiteren gibt es noch die 4:2 und 3:2:1 Abwehr, die eher während der Spielzeit als taktisches Mittel eingesetzt werden. In der Offensive werden die Positionen immer gleich besetzt, wie in der Abbildung zusehen ist. Dabei gibt es eine Ausnahme, denn seit den neusten Regeländerungen ist es erlaubt, den Torwart in der Offensive für einen 7.-Feldspieler auszuwechseln.

Die Abwehrformation in dieser Abbildung nennt sich 5:1 Deckung, da 5 Spieler an der 6-Meterlinie verteidigen und 1 Spieler vorgezogen an der 9-Meterlinie verteidigt.

Beach-Handball

Aktuell gewinnt das Beach-Handball immer mehr an Ansehen. Seit einiger Zeit werden Deutsche Meisterschaften sowie Europameisterschaften ausgetragen. Langfristiges Ziel ist es, den Beach-Handball als olympische Disziplin werten zu lassen. Bei den olympischen Jugendspielen ist dies schon der Fall.

Beim Beach-Handball wird, wie der Name schon verrät, Handball auf dem Sand gespielt. Allerdings unterscheidet sich das Beach-Handball in den Punkten Spielfeld und Regeln vom klassischen Hallenhandball deutlich.

Die Spielfeldmaße betragen 27 mal 12 Meter. Dabei wir das Feld in drei Teile gegliedert, welche aus zwei Torräumen á 6 Meter Länge und einer Spielfläche á 15 Meter Länge besteht.

Um das Spielfeld im Sand problemlos abzubilden, benötigt man ein spezielles Beachhandball Linien-System. Des Weiteren verwendet man für das Spiel extra Beachhandbälle, die weicher und griffiger sind. Diese und noch weitere Artikel zu dem Thema Beachhandball finden Sie bei uns im Kübler Sport Onlineshop.

Kinder-Handball

Beim Handball gibt es gerade im Kinder-Handball bzw. Jugendhandball, kleine Einschränkungen bezogen auf die Größe des Spielfeldes, der Tore und der Bälle.

Beispielsweise wird in der Altersklasse der Minis (bis ca. 8 Jahre) in das 3 mal 2 Meter Handballtor eine Zusatzlatte eingebaut, dadurch wird das Tor auf die Größe der Kinder abgestimmt.

Dem entsprechend verwendet man im Kinder-Handball auch kleinere und griffigere Handbälle, die in den Größen 0 und 00 verfügbar sind. Zusätzlich gibt es auch speziell für Kinder Methodik-Handbälle, welche das Wurf- und Techniktraining ideal unterstützen.