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    Mini-Handball: So funktioniert die Spielform

    Kübler Sport Redaktion -

    Beim Mini-Handball können schon die Kleinsten an die Sportart Handball herangeführt werden und so “Handballluft” schnuppern. Dabei steht nicht das klassische Handballspiel im Vordergrund, sondern eine für Kinder attraktive abgewandelte Spielform, die viele spielerische Elemente enthält und die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt. Mini-Handball ist der ideale Weg, ballbegeisterte Kinder langsam an den Sport heranzuführen und gleichzeitig eine breite Basis an sportlichen Fähigkeiten zu vermitteln.

    Mini Handball Spielformen
    Quelle: Robert Kneschke – stock.adobe.com

    Was genau ist Mini-Handball?

    Zu den Minis gehören laut DHB alle Kinder unter sechs Jahren. Mädchen und Jungen spielen in dieser Ausbildungsstufe gemeinsam. Beim Mini-Handball wird auch von einem “alternativen Spielbetrieb” gesprochen, denn die Übungsinhalte werden vom klassischen Handball-Spiel abgewandelt und altersgemäß angepasst. Wie im Detail die Umsetzung des Mini-Handballs erfolgt, ist nicht genormt geregelt, jedoch gibt es einige Empfehlungen der Verbände.

    Hinweis
    Die Altersklassen Minis, F-Jugend, E-Jugend und D-Jugend stellen den Bereich des Kinderhandballs. Bei vielen Vereinen zählt die F-Jugend noch zu den Minis bzw. die Gruppen werden zusammengelegt.

    Kinder entwickeln in der Grundausbildung des Mini-Handballs vielfältige motorische, koordinative und spielerische Fähigkeiten. Das Gefühl, wie der Körper gezielt eingesetzt werden muss, entsteht. Erst mit fortschreitendem Alter ab acht Jahren kommen dann vermehrt handballspezifischere Inhalte hinzu. Der DHB empfiehlt folgende Gewichtung der Übungsanteile für Minis:

    • Motorische Grundlagen: 40 %
    • Allgemeine Spielfähigkeit: 40 %
    • Spezifische Spielfähigkeit: 20 %

    Damit die Kinder im wahrsten Sinne am Ball bleiben, liegt der Fokus in dieser ersten Ausbildungsstufe darin, die Faszination und Spielfreude an der Sportart zu vermitteln. Das Miteinander statt dem Gegeneinander wird gefördert und es sollte stets Spaß am Spiel bestehen, auch dann, wenn man nicht als Sieger hervorgeht.

    Mini-Handball eignet sich neben der Durchführung im Verein auch ideal als Sportaktivität in Grundschulen. Mit Mini-Handball lässt sich nicht nur eine aufregende Sportstunde füllen, sondern auch ein ganzes Turnier in Form eines Minispielfests ausrichten, z. B. anlässlich eines Sommerfests.

    Zielvorgaben für das Mini-Handball

    Die Herausforderung eine Mini-Handballgruppe zu leiten ist groß. Das DHB Trainingszentrum verweist auf folgende Trainingsgrundsätze zur Orientierung:

    • Pädagogische Betreuung im Vordergrund
      Um ein kindgerechtes Training durchzuführen muss der kognitive und emotionale Entwicklungsstand der Kinder beurteilt werden.
    • Spiel statt (Taktik-)Training
      Taktik spielt noch früh genug eine Rolle, daher steht das kreative freie Spielen immer im Vordergrund. Das macht die Basisschulung aus. Als Trainer muss man die Begeisterung für die angepassten Trainingsinhalte in vollem Umfang teilen.
    • Koordinative & konditionelle Voraussetzungen als Basis
      Startet man mit einer Mini-Handballgruppe, haben die Kinder unterschiedlichste Voraussetzungen in Sachen Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ballgeschick. Ziel ist es, eine solide Basis zu schaffen, mit der die Kinder für weitere Ausbildungsstufen gewappnet sind.
    • Motorische Grundausbildung
      Gleiches gilt für die motorische Grundausbildung. Vielseitigkeit in den Bewegungsabläufen hilft, diese zu fördern. Pro Trainingseinheit sollte zudem nur ein Schwerpunkt gesetzt werden, um Überforderung zu vermeiden.
    • Spielerlebnisse statt Ergebnisorientierung
      Auch Niederlagen können positive Spielerlebnisse hervorrufen, etwas durch mannschaftsorientiertes Verhalten, Fairplay und individuelle Fortschritte. Das Ergebnis sollte also beim Mini-Handball niemals im Vordergrund stehen.
    Kinderhandball U8

    Mögliche Spielformen im Mini-Handball

    Der Handballverband Württemberg e. V.* schlägt folgende elementarisierten Spielformen für Minis vor:

    Aufsetzerhandball 2 gegen 2

    • Spielfeld: 10 m x 6 m, z. B. quer im Hallendrittel. Das Spielfeld wird durch eine Wurflinie geteilt (z. B. Seil, Turnbank). Die Tore sind zwischen 4 bis 5 m breit und durch Hütchen oder Stangen an der Grundlinie markiert.
    • Spieler: Vier Spielerpaare pro Mannschaft (zwei Spieler, zwei Auswechselspieler).
      Bei Ballbesitz sind beide Spieler Angreifer. Die verteidigende Mannschaft, die nicht in Ballbesitz ist, hat gleichzeitig zwei Torhüter.
    • Spielablauf:
      • Die Mannschaft im Ballbesitz wirft auf das gegnerische Tor, wobei sie die Mittellinie nicht überschreiten darf.
      • Wie der Ball zur Wurflinie geworfen wird, ist den Spielern überlassen, jedoch darf mit Ball nicht gelaufen oder geprellt werden.
      • Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie mit Aufsetzer überschreitet.
      • Es wird mit Einwurf gespielt.
      • Das gegnerische Team versucht, den Torwurf abzuwenden. Dann wechselt das Angriffsrecht.

    Fliesenball 4 gegen 4

    • Spielfeld: In einem Spielfeld liegen mehrere Teppichfliesen relativ gleichmäßig verteilt. An einer Seitenlinie steht ein umgedrehter Sprungkasten mit Bällen und an jeder Grundlinie liegt ein Reifen bereit.
    • Spieler: Vier Spieler pro Mannschaft (drei Spieler, ein Auswechselspieler).
      Der Auswechselspieler fungiert gleichzeitig als Schiedsrichter bei der anderen Mannschaft.
    • Spielablauf:
      • Jede Mannschaft holt sich einen Ball aus dem Ballkasten.
      • Der Ball darf nur dann gefangen und abgespielt werden, wenn sich der Spieler auf einer Fliese befindet. Wer den Ball abgespielt hat, muss die Fliese verlassen. Ohne Ball kann sich jeder Spieler dagegen frei bewegen.
      • Nach 10 erfolgreichen Pässen darf der Ball in den eigenen Reifen gelegt und ein neuer Ball geholt werden.
      • Bei einem Fehler oder bei Ballverlust beginnt der Zählvorgang erneut.
      • Nach 60-90 s wird ausgewertet, welche Mannschaft mehr Bälle im Reifen hat.

    Indieball

    • Spielfeld: 12 m x 4 m, z. B. quer im Hallendrittel. An der Grundlinie steht jeweils ein umgedrehter Kasten, in einem sind Bälle, der andere ist leer. Ein bis Zwei Meter vor dem Ziel-Kasten ist eine Wurflinie markiert.
    • Spieler: Zwei Spieler pro Mannschaft, diese sind nacheinander dran.
    • Spielablauf:
      • Zwei Spieler bringen die Bälle einzeln auf die andere Seite, um sie dann direkt oder indirekt (mit Aufsetzer) in den leeren Kasten werfen.
      • Mit dem Ball darf nicht gelaufen oder geprellt werden.
      • Die Bälle werden mit Aufsetzer zugespielt.
      • Passiert ein Passfehler oder geht der Ball ins Aus, müssen die Spieler mit diesem Ball zurück zum Start-Kasten und erneut beginnen.
      • Es wird die Zeit gestoppt, bis zu der die Mannschaft benötigt, alle Bälle vollständig zu transportieren.

    Nummernball 4 gegen 4

    • Spielfeld: 8 m x 8 m.
    • Spieler: Vier Spieler pro Mannschaft (durchnummeriert von 1 bis 4), zwei Mannschaften spielen abwechselnd.
    • Spielablauf:
      • Der Ball muss in der Spieler-Reihenfolge (1 bis 4) gespielt werden (Spieler 2 spielt zu 3 usw.).
      • Die Bälle werden mit Aufsetzer zugespielt.
      • Wer den Ball abgespielt hat, führt eine Zusatzaufgabe (Kriechen, Vorwärtsrolle, Slalomlauf usw.) aus.
      • Mit dem Ball darf nicht gelaufen oder geprellt werden.
      • Es wird je Mannschaft gestoppt, wie viele Pässe in 60-90 s gelingen.

    * Alle Spiele konzipiert von Armin Eisele und Hans-Gerhard Hahn.

    Der passende Minihandball-Ball

    Ballgröße und -gewicht für das Minihandball sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Der inoffizielle Umfang des Minihandballs beträgt jedoch 48 cm. Für die vorgestellten Spiele empfehlen sich Soft-Handbälle, um den Kindern die Angst vor harten Abprallern zu nehmen oder Methodik-Trainingsbälle in der Größe 0.

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    Zusätzliche Quellenangabe:Beitragsbild: Alexander Wagner

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